einer allgemeinen vergleichenden Geographie. 4i
einsamen Wanderer spricht und im Lande zum Volksbuche wurde,die ganze Fülle der Natur des Alpengcbira.es in Thatsachen mit-zutheilen gewußt, weil in ihm selbst ein reiches Leben waltet.Dadurch hatte er, und mit Absicht, einen ersten Schritt zur Volks-bildung im Großen durch Belehrung und Erhebung auf dem er-habensten Schauplatz in der Natur und der Geschichte gethan.Auch der bessere Theil der reisenden verfeinerten und großenWelt von Europa, die jährlich diesem anziehenden Lande zuströmt,um sich an seiner Herrlichkeit zu erbauen, wurde so noch mehrdurch seine Hinleitung zur Natur und zu ihren Wirkungen in derfeierlichen Stille der glänzenden Alpenhöhen humanisirt. So hier,wie überall auf die ihm eigene Weise sür das höhere Leben be-geistert, rastlos wirkend, führte er durch ein zweites Werk in dieWissenschaft, durch die Combinationen der mannichfaltigsten That-sachen, welche die Natur ihm darbot, die Idee der Gleichzeitigkeitin der Schichtenbildung und der Regeneration ihrer Urformatio-nen ein, welche durch I. F. L. Hausmann zu gleicher Zeit imNorden entdeckt ward; er wies auf den überall verbreiteten Zu-sammenhang in der Natur hin, leitete von einer neuen Seite aufdie Ansicht eines Gebirgsganzen, auf sciue zertrümmerten Gliederund deren Formen, und erinnerte so an den bestimmten Begriffeines Hochlandes der Erde, den A. v. Humboldt auf der anderenErdhälfte in seinen großen Verhältnissen ausmaß und in die phy-sikalische Geographie einführte. Die gegenwärtige Arbeit verdanktdem mehrjährigen Umgange mit diesem Edeln bei ihrem erstenEntstehen das, was sie an Wärme und Leben besitzen mag.
Schon vor diesen unter freiem Himmel thätigen Männernwußten zuerst der Schwede Gähn und dann Hauy mit dem ihneneigenen mathematischen Scharssinn die Gesetze der durch polarischeinwirkende Kräfte dargestellten Crpstallisationen zu verfolgen.
Die neuern Chemiker aber wurden in der Atmosphäre undim Laboratorium durch die mannichfaltigsten Wege in das innersteVerhältniß der gehcimnißvollsten Freundschafts- und Blutsver-wandtschaften der Substanzen eingeweiht, dessen Gesetzmäßigkeitzuerst Berzelius selbst der mathematischen Formel unterwarf.