über die festen Formen der Erdrinde.
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Erdstrccken, und wenn auch nur um wenige hundert Fuß mehrals andre, in die darüber schwebende Atmosphäre eintauchen,oder nicht.
Nach jenem doppelsinnigen Sprachgebrauche werden abernicht nur die Berge bald als sehr riesenhaft, bald als sehr unbe-deutend angesehen, sondern noch weit mehr die Thäler und Flächenvon einem falschen Gesichtspunct aus fast insgesammt nur alsTiefen betrachtet.
Wir haben aber auf das sorgfältigste die beiden Verhältnissezu berücksichtigen: einmal das relative Verhältniß der Höhenund Tiefen zu ihren Umgebungen, und zweitens das absolute,als Erhebungen über den Spiegel des Meeres. Nur durchbestimmtes, prüfendes Durchführen von beiden über die ganzeErstreckung der Continente können wir zu einer richtigen Kenntnißderselben gelangen, und uns eine klare Anschauung ihrer Gestaltenin Beziehung auf das Halberhabeile (Basrelief) erwerben, welcheallein vermögend sein wird, uns durch das Gemeinsame in derVerschiedenheit, der Einheit des Ganzen nachspüren zu lehren.
Berge und Ebenen, gleichviel in welcher Relation zu einander,und gleichviel ob hoch oder niedrig an sich gelegen, beide lassensich immer nach demselben absoluten Maaßstabe der Meereshöhevergleichen. Denn unter der Voraussetzung eines über das ganzeErdsphäroid gleichweit vom Mittelpunct abstehenden und gleich-artig verbreiteten Meeresspiegels, nehmen wir diesen als den all-gemeinen Wasserhorizont an. Er giebt uns den natürlichenEintheilungsgrund, den Nullpunct der Scala, auf- und abwärts,zur Messung und Vergleichung der Hervorragungen und Einsen-kungen der Erdrinde. Hieraus ergiebt sich dies erste Gesetz derAnordnung aller Erhöhungen und Vertiefungen als Ebenheiten oderUnebenheiten in Beziehung auf das Erdganze.
Zugleich aber auch das zweite Gesetz der relativen Anordnungdes Besondern in Beziehung aus die einzelnen Erdtheile oder dieErdindividnen nach ihrem Stamm und ihren Gliedern.
Unsre Aufgabe wird es daher sein, diese beiden in beständi-ger Relation stehenden Verhältnisse der Höhen und Tiefen, oder