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Allgemeine Bemerkungen
verständigen; ihr ganzer Sinn geht zwar nur erst vollständigaus der Anschauung selbst und wo möglich aus ihrer Darlegungim Fortschritt gegenwärtiger Untersuchungen hervor, es soll daherhier auch keine Theorie darüber festgestellt, sondern nur dasNothwendigste zur Auffassung des Wahren für das Folgende inBeziehung auf herrschende Meinungen und Ansichten gesagt werden.
Erläuterung i.
Erdoberfläche: Berge, Ebenen.
Die Erdoberfläche erscheint unter den mannichfaltigsten For-men über dem Spiegel des Meeres erhaben, und wird eben da-durch zum Lande, das in unzähligen Erhöhungen und Vertiefungensich von Meeresküste zu Meeresküste ausstreckt. Die Art undWeise der Vertheilung dieser Höhen und Tiefen giebt dem größtenContinente, wie der kleinsten Erdfläche, der Klippe, eben die Be-grenzung und seinen Flächenraum, so wie die Gestaltung seinerOberfläche.
Die Erhöhungen aller Art, in sofern sie von einem niedernStandpuncte aus gesehen werden können, pflegt man insgemeinHügel und Berge, die sie trennenden Vertiefungen Thäler zunennen.
Aber auch diejenigen bedeutenden Erhöhungen, in sofern wirnur wissen, daß sie über dem Spiegel des Meeres emporragen,hat man, gesetzt auch, daß man sie von keinem tiefern Stand-puncte aus sehen konnte, im Gegensatz der Tiefe, Berge genannt.
So bezeichnet derselbe Ausdruck zwei ganz verschiedene Ver-hältnisse, nämlich d^e absolute Höhe und den Contrast zwischenTiefe und Höhe, ein Umstand, der fast überall die größte Verwir-rung und bedeutende Irrthümer in der Erdbeschreibung veranlaßthat, so daß wir hier, vom Anfang an, vor ähnlichen uns zu hü-ten haben. Denn wer es weiß, welchen Bedingungen, überhauptgenommen, die Oberflächen der Körper im Widerstreit der Kräfteunterworfen sind, dem wird es einleuchten, daß es bei dem Baueines ganzen Erdkörpers nicht gleichgültig sein kann, ob sich große