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Allgemeine Bemerkungen
dem der Meister die Hand abgezogen, das nun in seiner Voll-endung und Abgestorbenheit zu begrenzen ist. Aber es widersprichtüberall die Naturbctrachtung einer solchen Annahme bei den Strom-systemen, und es wird sich zeigen, daß sie weniger und mehr aus-gearbeitet sind, daß deren Vertheilnng über die Erdrinde nichtgleichförmig ist, und daß mehrern von ihnen, auch nach unserngegenwärtigen Kenntnissen, eine charakteristische Eigenthümlichkeitzukommt.
Einmal ist der Quellenbezirk gewisser Stromsysteme so wenigindividualisirt, daß eben in ihm entweder das ganze Jahr hin-durch keine Wasserscheide, sondern eine Gemeinschaft des obernLaufes der nach entgegengesetzten Mecrbecken gerichteten Strömestattfindet, wie sehr häufig im Norden der Erde, oder wenn auchnur einen Theil des Jahres hindurch, nämlich zur Regenzeit, un-ter den Tropen, wie höchst wahrscheinlich beim Niger, Nil inAfrika und andern mehr.
Oder bei dem Znge der Ströme durch die Gebirgslandeverräth sich der noch unentwickelte Zustand der Thalbildung inden Reihen von Wüsten und Rollkieselbetten, wie in Afrika , oderanderwärts von Seezügen die Bergthäler entlang, welche alswahre Stromerwciterungcn jetzt nur erst durch reißende, Berg-ströme, Catarakten, Felskctten u. s. w. mit einander in Verbin-dung zu stehen pflegen. Es zeigt sich dieses in dem niedern Bo-den der Polarländer wie in den höchsten Gebirgsländern südlicherBreiten, wo Alpenscen sich bildeten, welche andern Landschaftenwiederum gänzlich fehlen. Auch zeigt sich die unentwickeltere Formin den Stromgebieten häufig beim Austritt derselben aus fastallen Gebirgsganzen der Erde, in den Sumpfregionen am Grenz-saumc derselben.
Im untern Laufe der Ströme findet sich völlig ausgewirkteThalbildung und öfter auch wieder Auffüllung derselben in deneinen, wie z. B. im Nil, Ganges, Euphrat u. s. w>; indeß siein andern, wie im Niger , den sibirischen uud amerikanischenStrömen, öfter minder bemerkbar ist, und hier sogar zuweilenZwitterströme zwischen zwei Systemen, wie der Cassiquiare in