130
Bemerkungen über Veranschaulichungsmittel
Länderraumes an jenem Gesammtverhältniß mit Klarheit zur An-schauung bringen, so, scheint es, würde es zur Verständlichmachungder räumlichen Verhältnisse nothwendig sein, sich dazu der Formund der Zahl als Mittel zu bedienen, und zwar auf eine bisherweniger gewöhnliche Weise.
Der Form nämlich in ihren durch die Geometrie bekanntenFiguren, die als Anschauungen, ohne Maaßangabe, an sich schondas analoge Verhältniß eines in Rede stehenden Flächenraumsvor die Seele führen, und daher jeder weitern Beschreibung über-heben können. Der richtige Gebrauch und die besonnene verglei-chende Anwendung geometrischer Figuren für phpsicalische Räumewäre in einer geographischen Verhältnißlehre ganz dazu geeignet,auf eine sehr einfache und verständliche Weise zu bestimmter»Vorstellungen zu führen. Man würde durch deren sichere Ver-knüpfung zu neuen Anwendungen derselben gelangen, die zu einerdem Wesen nach zusammengedrängten, gleichsam verdichteten Reiheeinander deckender Anschauungen erheben und dadurch unmittelbarin das Licht setzen würden, was eben in den Länderräumen, allenErscheinungen nach, von ihrer geometrischen Figur abhängig wer-den mußte.
Diese Benutzungsweise der geometrischen Figuren ist längstzum größten Vortheil in der botanischen Terminologie eingeführt,wo die allgemeinere Verständlichkeit wol keineswegs auf Kostender Genauigkeit für den Zweck der Vcranschaulichung berücksichtigtward. In der geographischen Wissenschaft ist diese Beihülfe mitwenigen Ausnahmen (hie und da nur auf eine spielende Weise)noch gar nicht benutzt wordeu, weil man immer bei der jedes-maligen Beschreibung stehen bieb, ohne das Resultat derselben,nämlich den gewonnenen Begriff, für die Weiterführung der Wis-senschaft zu handhaben. Auf eine consequent für das Ganze derPlanetenoberfläche durchgeführte Weise würde sich diese, ihren ho-rizontalen Räumen nach, auf eine bequem überschauliche Art ineine gewisse Anzahl keineswegs willkürlich erdachter, sondern derNatur ihrer Ausbreitungen entsprechender geometrischer Figuren vonumfassender oder untergeordneter Größe zerlegen lassen, mit deren