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Einleitung zur allgemeinen vergleichenden Geographie, und Abhandlungen zur Begründung einer mehr wissenschaftlichen Behandlung der Erdkunde / von Carl Ritter
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räumlicher Verhältnisse bei graphischen Darstellungen u. s. w. 13t

Combination dann die geographische Wissenschaft ein leichteresSpiel haben würde für elementare wie für wissenschaftliche Be-trachtung (die ja in Eins zusammenfallen), als mit der unüber-sehbaren Masse schwerfälliger und umständlicher Beschreibungen,die nur zu endlosen Einzelnheiten führen. Eben hierin, in dernoch nicht gewonnenen Herrschaft der Form über den Stoff, sowolim Allgemeinen wie im Besondern, bis in die untergeordnetstenund kleinsten Verhältnisse hinab, scheint ein Hauptgrund des scho-lastischen und compendiarisch so unfruchtbaren allerersten Zuschnit-tes der Geographie als Schulwissenschaft zu liegen, und jenesMittel der geometrischen Figuren, auf die mannichfaltigste Weisebei ihr in Anwendung gebracht, würde, wie leicht vorauszusehenist, zu freierer Bewegung und besserer Handhabung schon einesbedeutenden Theiles ihres solcher geometrischen Construction fähi-gen Stoffes führen.

In jener frühern Abhandlung ward es versucht, einigen Ge-brauch von diesen geometrischen Figuren zu allgemeinen Verhält-nißbcstimmungcn zu machen, bei der Hinweisung auf die Grup-pirung der Erdmassen, auf die Stellungen der einzelnen Erdtheile,auf das Verhältniß ihrer Längen- und Vreitenausdehnung undauf ihre Zuruudung und Gliederung.

Ihr Gebrauch würde auch zur deutlichern Veranschaulichungund daher zur schuclleru und sicheren Verglcichung der besondernLänderräume, wie zur größern Kürze und Bestimmtheit in einergeographischen Terminologie führen, indem mit dem geometrischenAusdruck immer das Wesentliche der Figur eines Erdraumes be-zeichnet sein müßte. Zur genauern Bestimmung seiner geographi-schen Figur müßten, da rein mathematische Figuren in den Phpsi-calischen Räumen fehlen, und sie nur als ihre Kern- oder Grund-gestalten gelten könnten, es müßten also auch die Abweichungenvon den geometrisch eingeschlossenen Räumen, nach außen odernach innen der als Basis angenommenen Figuren, durch -j- oderangegeben werden, als der Ueberschuß oder als ein Mangel desbezeichneten geometrischen Raumes, woraus mancher bedeutendeVortheil bei Behandlung der Wissenschaft sich ergeben könnte.

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