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Einleitung zur allgemeinen vergleichenden Geographie, und Abhandlungen zur Begründung einer mehr wissenschaftlichen Behandlung der Erdkunde / von Carl Ritter
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j38 Bemerkungen über Veranschaulichungsmittcl

dem centralen Theile der Continente angehörigen Länderräume,welche von weithin ziehenden großen Landströmen und ihrem zu-gehörigen Geäder bewässert werden. Man sieht sich vergeblichnach dem Inhalt der Quadratmeilen, der Fruchtcbenen, der Korn-kammern, der Versumpfungen, der Torfländer, der Sandstrecken,der Heidegegenden, der Gebirgsländer um, nur etwa von Seenund Waldrevieren hat man angefangen hier und da Zahlenanga-ben nach sehr dankenswerthen Messungen, oder auch nur nachSchätzungen anzulegen, und in manchen Provinzen das Verhält-niß von Seeflächen, Acker-, Waldrevieren und von Wiescnräumenauszumitteln. So wichtig diese letztern Ausmittlungen für be-sondere statistische Zwecke sind, eben so lehrreich würden jene Aus-mittlungen für ganz allgemeine historische und geographische Zweckesein, um die verschiedenen Einflüsse physicalischer Formen ans Län-der- und Völkertheile, nach ihrem Verhältnißwcrthc in Zahlen-reihen bestimmen und vergleichen zu können, was wenig Schwie-rigkeiten unterworfen sein kann, da sie meistens leblose, ganz fest-stehende, keine schwankenden Zahlen periodisch auf- und absteigenderReihen von stets wechselnden Lebensvcrhältnisscn betreffen, wie dieschwierigern Volkszählungen und andere ähnliche. Es würdensich nach Ausmittlung dieser natürlichen Länderräume, wenn auchnur in den allgemeinsten Hauptnmrissen, auch die, in den verschie-denen Jahrhunderten so verschiedenartigen Verschiebungen derStaaten- und Völkergrenzen, das Vor- und Rückschreiten ihrerAusbreitungen in der alten, mittlern und neuern Zeit, die näm-liche Verbreitungssphäre der Völker- und Sprachstämme, die Pro-gression der Kulturarteu von Gewächsen u. dgl. m. richtiger undbestimmter bezeichnen lassen, und eine große Zahl anderer historischnicht minder wichtiger Verhältnisse, für welche die Sprache ohnesolche 'Hülfe bisher keine passenden Ausdrücke auffinden konnte.Nehmen wir z. B. das Verhältniß der Lebens- und Geschäfts-weise der Menschen nach den verschiedenen Formen des Bodens,der sie nähret, die Gestadevölker, die Gebirgsvölkcr, die Bewoh-ner der continentalen culturbaren, des Getreidebaues fähigen oderunfähigen Länderflächen, wie groß ist der Antheil ihres Gebietes