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Einleitung zur allgemeinen vergleichenden Geographie, und Abhandlungen zur Begründung einer mehr wissenschaftlichen Behandlung der Erdkunde / von Carl Ritter
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räumlicher Verhältnisse bei graphischen Darstellungen u. s. w. jZ7

Diese Zahlenverhältnisse werden entweder die Distanzen derNänme selbst nach horizontalen und verticalen Dimensionen be-zeichnen, und also auf den gemachten Messungen nach Quadrat-meilen, Längenmeilen und Fußen über und unter dem Meeres-spiegel für die Höhen und Tiefen beruhen, oder es werden wirklicheZählungen verschiedener hiehergehöriger Objecte sein.

Die Messungen sind schon allgemein, wenigstens für gewisseVerhältnisse, in Gebrauch gekommen, meistentheils für politischeLänderbestimmungcn; aber für eine wahre geographische Ver-hältnißlchre kann die Angabe des Areals der politischen Län-dcrräume nicht ausreichen, die natürlichen Raum-Abtheilungen,wie die geometrischen Figuren sie zusammenfassen, werden derQuadratmcilenzahl nach zuerst ausgemittelt werden müssen, umjene dann ihrem verhältnißmäßigcn Antheile nach an dieser größernGesammtheit beurtheilen zu können. Bisher hat man immer nurdie Größe des Quadratinhaltes der Erdtheile im allgemeinen aus-zumitteln gesucht und das der politischen Staatsgebiete im be-sondern, und diese Bemühungen sind sehr dankenswert!); aber mansieht sich vergeblich nach den Angaben der räumlichen Größe derNaturabtheilungen um, z.B. wie groß ist das contincutale recht-winklige Dreieck Europa's im Verhältniß zu den Gliedern desErdtheils und zu den durch sie eingeschlossenen mittelländischenhalb oder fast gänzlich geschlossenen Meeren, Straßen, Golfen?Und wie stellt sich also der sehr verschiedene Antheil, den diesedrei Hauptformen an den wichtigsten Einflüssen auf phpsicalischeund historische Verhältnisse des ganzen Erdtheils hatten und nochbis heute haben? In welcher räumlichen Größe stehen die großenund kleinen Halbinselländer gegen einander, gegen die ihnen zuge-hörigen Inseln und zu den Hauptausbreitungen der von denMeeren unberührten Continentalflächen? Unter welchen Zahlver-hältnisscn läßt sich das Areal der verschiedenen reichbewässertengroßen Stromgebiete, der dazwischenliegenden stromarmen odergänzlich unbewässerten Räume, der Gestadeländer, die nur vonkurzen Küstenflüssen durchschnitten werden, beurtheilen, die darumauf ganz andere Weise auf die Meere angewiesen sind, als die