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Einleitung zur allgemeinen vergleichenden Geographie, und Abhandlungen zur Begründung einer mehr wissenschaftlichen Behandlung der Erdkunde / von Carl Ritter
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jZ6 Bemerkungen über Vcranschaulichungsmittel

weitere Erinnerung ergicbt es sich von selbst, welchen Gewinn dieCharakteristik politischer Länderabtheilungen daraus ziehen kann,wenn eben diese willkürlichen Abtheilungen als leicht bestimmbareTheile und Abschnitte jener geometrischen Figuren betrachtet wer-den können.

Von der Benutzung der Form zur richtigern und frucht-baren vergleichenden Erkenntniß der Erdräume gehen wir zumdurchgeführteren Gebrauch der Zahl über, durch welche die nume-rischen Verhältnisse jener Räume und Figuren zusammengefaßtwerden können und müssen, um zu einer vollständigen? Erkenntnißderselben zu führen. Es ist hier nicht, wie er so häufig in Sta-tistiken und Geographien vorkommt, von einem Mißbrauch derZahlen die Rede, wie er sich nur zu leicht da einschleicht, wo aufdie Zahl selbst der Werth gelegt wird, der nur der relativen Be-> deutung des Verhältnisses angehört, das die Zahl bezeichnet. Hiersoll die Zahl nur als Begriff des Werthes verschiedener Verhält-nisse zu deren gegenseitigen Vergleichung und zum Zusammenfasseneines räumlichen Systems von Verhältnissen selbst dienen! Wiein der Pflanzenbeschreibung das Figuriren und Zählen der Ge-wächstheile, wie der Staubfädeu, der Pistille, der Nectarien, derBlumen- und Kelchblätter, der Blatteinschnitte, der Sticl-Zerspal-tungen, des Standes der Jnflorescenz, der Wurzelblätter u. s. w.nur zur vollendeter!! Erkenntniß des ganzen Gewächsbaues führenund die Stelle der Reihe bezeichnen soll, zu welcher unter denPflanzenformen überhaupt die in Rede stehende gehört, weil da-von das innere physiologische und organische Leben derselben mitbedingt wird, so wird es auch bei jedem bestimmten Erdraumceine bedeutende Anzahl physiographisch bestimmbarer und zählbarerTheile und Verhältnisse geben, welche wesentlich zur erschöpfendenAuffassung ihrer wahren Natur gehören, die nicht gleichgültignebeneinander stehen, gleichsam zufällig, wie so oder anders'zu-sammengewürfelte Massen, sondern aus deren Sonderung, Zusam-menhang und Gruppirung ebenfalls verschiedenartige Erd- oderLändersysteme, oder zusammengehörige, ineinandergeschlossene Räumeder Planetenrinde hervortreten.