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Einleitung zur allgemeinen vergleichenden Geographie, und Abhandlungen zur Begründung einer mehr wissenschaftlichen Behandlung der Erdkunde / von Carl Ritter
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in der geographischen Wissenschaft.

Wonnen haben, wie die Windsysteme, die Ebben und Fluthen, dieStrömungen der Meere, die raumwechselnden Metamorphosen derAtmosphäre in Wolkenbildungen, Meteoren aller Art, und diedurch diese mit in Bewegung gesetzten, aber willenlos sich nurmechanisch fortbewegenden irdischen Theile oder Körper, seien sielebloser oder lebender Art.

Aber doppelter Art, sagten wir, seien diese Verhältnisse, weilzu jener blos physischen auch noch eine andere, die beseelte Be-wegung hinzukommt, welche dem irdischen Leben des Erdballs an-gehört, indem der Mensch die raumfüllende Bewegung beherrschtund sie zum Träger seiner Bestrebungen macht, wie durch dasSeegel, oder die Aerostatik, oder die Pfcrdekraft, oder die Schnel-ligkeit des Rennthiers und des Dromedars, oder durch das Dampf-schiff u. a. m. Hierdurch können nicht nur die Räume der irdi-schen Welt und ihre wichtigsten Verhältnisse wirklich in eine an-dere Stellung zum Menschengeschlechte gebracht werden, sondernauch die Zeiten, in denen jene nicht nur einmal entdeckt oder blosberührt, sondern auf dauernde Weise erreicht sind, können in denKreis des täglichen Lebens der Völker des Erdballs wirklich miteingeflochten werden.

Die größten Veränderungen, bedeutender als solche auch nochso großartige, wie dnrch Vulkane, Erdbeben oder Fluthen, oderandere zerstörende Naturerscheinungen, die momentan jede Auf-merksamkeit aufregen, haben sich hierdurch auf dem Erdball ganzallmählig, obwol unter den Augen der Geschichte, aber in ihremZusammenhange auf die Natur des Planeten, als ErziehungshausdcS Menschengeschlechts fast unbeachtet iu Menge zugetragen, unddiesen, gegen frühere Jahrtausende, zu einem andern gemacht, alser früher war, und ihm ganz andere Verhältnisse seiner erfülltenRäume zu Stande gebracht. Ja, hierin liegt die große Mitgiftdes Menschengeschlechts auch für die künftigen Jahrtausende, seinWohnhaus, seine irdische Hütte, wie die Seele den Leib, erst nachund nach, wie das Kind im Heranwachsen zum Jünglinge, seineKraft und den Gebrauch seiner Glieder und Sinne und ihre Be-wegungen und Functionen bis zu den gesteigertesten Anforderungen

Nilter Beitrage. L