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Einleitung zur allgemeinen vergleichenden Geographie, und Abhandlungen zur Begründung einer mehr wissenschaftlichen Behandlung der Erdkunde / von Carl Ritter
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Ueber das historische Element

des Menschen wirklich erweiterte, in demselben Maaße rückte ihmauch die äußere Welt näher, die Relationen der Raumverhältnissewurden für den von Menschen bewohnten Erdball andere.

Aber nicht nur die Distanzen nach unten uud oben, sondernauch die Raumunterschiede nach allen Richtungen hin, werdendurch ähnliche Fortschritte einer universellen Telegraphik umge-wandelt; seien es neu erfundene Organe der genannten Art, oderwissenschaftliche Fortschritte, oder Kulturentwicklungen, wodurch dieVölker sich in andere Räume verbreiten lernen, wie die Pflanzenund Thiere in andere klimatische Zonen gedeihlich übergehen, unddie bis dahin unzugänglich gebliebenen, also fern abliegenden En-den der Erde, seien es eisige Polarkreise, oder himmelhohe Gipfel-reihen, oder einsame, gleichsam bis dahin mondfcrne, oceanischeInseln, von denen keine Spur des Daseins für das Menschen-geschlecht vorhanden war, mit in den Kreis der civilisirten Völ-kergemeinschaft gezogen werden. Was früher nicht vorhandenschien, tritt hierdurch im Dasein hervor; was früherhin fern lagund unerreichbar, tritt nun näher in die Berührung, ja in denBereich des täglichen Verkehrs.

Die Naumerfüllung zeigt sich bekanntlich auf dem Erdballunter den beiden Formen des Rigiden und des Flüssigen, oderdes Unbewegten und des Beweglichen; zu den Naumabständen derrigiden Oertlichkeiten kommen also auch die Naumuntcrschiede derflüssigen oder fließenden Forme», oder die räumcfüllendcn Bewe-gungen um dcu Erdball. Ihre Verhältnisse sind doppelter Art:die der Räume und der Zeiten, in denen ihre Bewegungen zuStande kommen. Diese raumfüllendc Bewegung ist wiederumdoppelter Art: rein physisch, nach den Gesetzen der Mechanik,Physik, Chemie, wie die Verbreitungen und Beweguugen der Im-ponderabilien, der Wärme, der Electricität, des Magnetismusu. s. w., wo die Verbreitungen vielleicht schon mit den Erzeugun-gen nach Raum und Zeit in dieselben Grenzen mehr oder weni-ger zusammenfallen mögen; oder wo sie wahrnehmbarer, den Raumwirklich materiell ausfüllende Bewegungen sind, die ihre bestimm-ten Grenzverhältnisse in Raum und Zeit um das Erdrund ge-