in der geographischen Wissenschaft.
Kunst und Anbau an unzähligen Lokalitäten in Ueberfluß verwan-delt; die Civilisirung lehrte überall der Natur Trotz bieten.
Und hiermit sollte nicht die größte Zahl der irdischerfülltenRäume des Erdballs, in ihren relativen Verhältnissen, ganz ver-schiedene Werthe gegen die der früheren Zeiten gewonnen haben?ihre Stellungen sollten dadurch nicht gänzlich verändert sein?
Unverkennbar ist es, daß die Naturgewalten in ihren bedin-genden Einflüssen auf das Persönliche der Völkerentwicklung immermehr und mehr zurückweichen mußten, in demselben Maaße wiediese vorwärts schritten. Sie übten im Anfange der Menschen-geschichten als Naturimpulse über die ersten Entwicklungen in derWiege der Menschheit sehr entscheidenden Einfluß aus, dessenDifferenzen wir vielleicht noch in dem Natnrschlage der verschiede-nen Menschenracen, oder ihrer Physisch verschiedenen Völkergruppenaus einer uns gänzlich unbekannten Zeit wahrzunehmen vermöchten.
Aber dieser Einfluß mußte abnehmen, der einzelne Menschtritt in der ihm angewiesenen Lebensperiode aus dem Stande undden Beschränkungen der Kindheit hervor, die weit mehr als diePeriode des Mannes noch den Natureinflüssen unterworfen ist.Die civilsirte Menschheit entwindet sich nach und nach, eben so wieder einzelne Mensch, den unmittelbar bedingenden Fesseln der Na-tur und ihres Wohnortes. Die Einflüsse derselben Naturverhält-nisse und derselben tellurischen Weltstelluugen der erfüllten Räumebleiben sich also nicht durch alle Zeiten gleich.
Nur für die stationären Völkerschaften verschiebt sich die Physikdeö Erdballs nicht, indeß sie für die in der Civilisation vor- oderrückwärtsschreitcnden in einer beständigen Oscillation oder Meta-morphose begriffen ist. Einige Beispiele werden dies aus demHergange selbst für einzelne Erdräume, wie für ganze Erdtheilehinreichend erläutern. — Der erste Bewohner des sandigen Nil-thales war ein Wüstenbewohuer, wie sein Nachbar links undrechts, der Libyer, der nomadisirendc Araber, es noch heute ist..Aber das Kulturvolk der Aegypter verwandelte durch Kanalbaudie Wüstenei in die reichste Kornkammer der Erde; sie erhobensich über die Fesseln der Fels- und Sandwüsten, in deren Mitte