Ueber eine geographische Productenkunde. 185
gen, welche die Physik der Erde in ihrem Zusammenhange weitfrühzeitiger darzustellen bemüht war.
Wenn wir bei Betrachtung der Räume nach Größen undFormen in der Geographie das mathematische Element, und beider Raumerfüllung nach Continuitäten in der Geo- und Hydro-graphie die Physik nicht entbehren können, wie sich dies ausfrühern Untersuchungen ergab, so tritt uns hier im Reiche desMannichfaltigsten, nach Individualität Gesonderten der Raum-erfüllung das naturhistorische Element der geographischen Wissen-schaft auf das Bestimmteste entgegen, welches für dieselbe Wis-senschaft, als Theilnahme an ihrer vollendeteren Gestaltung, ebenso unabweisbar sein wird, als das historische Element, das wirfrüherhin für gleiche Zwecke nur in die ihm gebührenden Schran-ken zurückzuführen versuchten.
Einiges, bei täglich sich mehrender Vorarbeit, Beobachtung,tiefgreifender Naturforschung in allen Zweigen ihrer Systeme, läßtsich vielleicht noch mehr als bisher von dieser Seite für die Wis-senschaft des Erdplaneten gewinnen, wenn eben dieses naturhisto-rische Element in seinem wahren Verhältniß zu derselben von denGeographen bestimmter erfaßt wäre. Sie würde dadurch von dereinen Seite in Stand gesetzt, die andrängende Fluth seiner Über-schwemmung auf ihrem Bereiche zu hemmen und in die ange-messenen Kanäle zur Befruchtung ihres ganzen Feldes zurückzu-lenken; von der andern Seite dagegen würde sie, für den reichenGehalt seiner Gaben empfänglicher geworden, einen erhöhterenStandpunct, gleichsam ein neues Organ der Betrachtung für Na-tur und Geschichte gewinnen durch die Combination des telluri-schen Zusammenhangs von beiden, in den charakteristischen Indi-vidualitäten der drei Naturreiche.
Die Erde überhaupt, in ihrem Ganzen wie in ihren einzel-nen Abtheilungen, nach Wasser- und Landflächen, nach Gegendenund Landschaften, zeigt sich, wo nicht menschliche Kunst sie hie undda gänzlich umgestaltet haben mag, immer nur als Erscheinungvon Naturproducten der mannichfaltigsten Art, die wir, in derRegel bewußtlos, im Zusammenhange in ihren natürlichen Com-