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Die Geldvermehrung im Weltkriege und die Beseitigung ihrer Folgen : eine Untersuchung zu den Problemen der Übergangswirtschaft / von Robert Liefmann
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durchzusetzen. Jede Markzahlung für deutschen Export mußteuntersagt sein. Damit bekäme die Regierung, der ja jetzt schon dieEffekten der neutralen Staaten zur Verfügung gestellt sind, so vielneutrale Währung in die Äand, als überhaupt zu bekommen ist.

Äand in Äand mit dieser Zentralisation des deutschen Zah-lungsverkehrs an das Ausland im Jnlande selbst müßte auch eineeinheitliche Organisation im Auslande geschaffen werden, welchedas Angebot von deutschen Noten und Devisen aufnimmt. Dennoft sind es mir sehr kleine Beträge, die angeboten werden, die aber,weil keine Stelle da ist, die sich darum kümmert, den Kurs oft umverhältnismäßig drücken. Es sind ganz dieselben Verhältnisse,wie sie seinerzeit schon in Amerika beklagt wurden. Schweizer ,holländische und skandinavische Banken müßten dazu gegen eineProvision herangezogen werden. Wie man hört, sind schonmehrfach dahin gehende Vorschläge gemacht, aber regelmäßig vonder Reichsbank abgelehnt worden. Am zweckmäßigsten wäre esnatürlich, eine deutsche Bank in der Schweiz bzw. in den anderenneutralen Staaten zu errichten. Denn diese werden noch lange nachdem Kriege auf dem Geldmarkt sehr große Bedeutung behalte»und von uns beim internationalen Verkehr benutzt werden müssen.Ein Artikel aus der Schweiz, den dieFrankfurter Zeitung " vorn20. Juli ohne Zusatz abdruckte, und der im .Hinblick auf die neutralenLeistungen der Schweizer Banken und ihre große Konkurrenz voneiner solchen, offenbar befürchteten Bankgründung abrät, ist durch-aus zu bestreiten. Die Schweizer Banken stehen in ihrer großenMehrzahl offenbar stark unter dem Druck der Entente, und wennman es ihnen auch nicht verargeil kann, daß sie sich gegen das Sinkenunserer Valuta zu sichern suchen, so ist doch andererseits auch keinZiveifel, daß sie sich alle darans zu ziehenden Vorteile voll zunutzemachen.

Das beste Mittel, ein weiteres Sinken unserer Valuta zu ver-hindern, ist, neben jener einheitlichen Überwachung und Organi-sation des ganzen Zahlungsverkehrs den reinen Tauschhandelin möglichst großem Einsänge zu organisieren. Auch das setztnatürlich eine völlige Konzentration der Ein- und Ausfuhr voraus,die aber noch für längere Zeit nach dem Kriege unbedingt nötigsein wird. Bei der Erlangung von Gegenleistungen für von unsgelieferte Waren müßte aber viel energischer vorgegangen werden,als das nach zahlreichen Mitteilungen bisher geschehen ist. Es132