Währungsländer abzuschieben. Es kam so weit, daß sich jeneLänder gegen den Goldzufluß zu wehren begannen, die schwedischeNeichsbank z. B. weiteres Gold nur mit einem gewissen Abzügeannahm, also gewissermaßen ein Agio auf ihre Banknoteneinführte.
Während die neutralen Staaten so im Golde schwammen,hielt man in den kriegführenden Ländern mit aller Zähigkeit andem Goldbestande fest, als ob er das Allerheiligste in der Volks-wirtschaft sei. And der allgemeinen Meinung nach scheint dasauch der Fall zu sein, wenn man sieht, wie überall der Gold-bestand der Neichsbank als das beste Zeichen unserer wirtschaft-lichen Kraft betrachtet wird. Bis in die weitesten Kreise ist derGedanke gedrungen, daß, wenn man das Gold zur Neichsbankbringe, dafür das Dreifache an Banknoten ausgegebenwerden könne, und daß das außerordentlich nützlich sei. Äberallsind Goldsammelstellen zu diesem Zweck errichtet worden, diegoldenen Schmuck, Ringe u. dgl. in Geld verwandeln. Als dasÄandels-Anterseeboot Deutschland seine Rückreise von Baltimore antreten sollte, stand in allen Zeitungen zu lesen, daß es aucheinige Millionen Mark in Gold mitbringe. Gerade als ob wirnicht andere Stoffe unendlich viel nützlicher gebrauchen könnten IWahrscheinlich war jene Nachricht falsch, aber daß sie in allenZeitungen stand, zeigt, daß eine derartige Goldsendung vielenals richtig und zweckmäßig erschienen wäre.
Jedenfalls, der Satz, daß der Wert unseres Geldes aufdem Golde beruhe, ist heute noch der allgemeinen Meinungnach eine Selbstverständlichkeit. And das kann auch nicht wunder-nehmen, da auch in der Wissenschaft erst Ansätze vorliegen, ihnzu bestreiken, und da ein großer Teil der Nationalökonomenselbst noch an ihm festhält.
Darum sind auch die Erfahrungen und Beobachtungen, dieman einerseits in den kriegführenden Ländern im allgemeinenmit der reinen Papierzirkulation, andererseits in den neutralenStaaten mit dem Golde gemacht hat, wohl häusig erörtert worden,aber sie haben zu einer wissenschaftlichen Vertiefung der Anter-suchungen über das Geld bisher nicht geführt. Mit ganzwenigen Ausnahmen beeilen sich die Nationalökonomen, zu ver-sichern, daß diese Erfahrungen gegen den Metallismus, d.h.gegen eine auf dem Edelmetall, also Gold, beruhende Währung10