Es ist kein Zweifel, daß für eine richtige Theorie der Preis-veränderungen die wichtigsten Arsachen bei Veränderungen derBedürfnisse und der Kosten (Produktionstechnik, Ernten, ab-nehmender Bodenertrag usw.) liegen. Alle diese Problemewerden auf 2^ Seiten abgemachtI Jede weitere Bemerkung istüberflüssig.
Auf die Amlaufsgeschwindigkeit sollen einwirken: 1. Gewohn-heiten des Individuums, 2. Zahlungssysteme in dem Gemein-wesen, die dann beide noch in dreifacher Weise weiter spezialisiertwerden, und 3. Allgemeine Arsachen, wozu Bevölkerungsdichte undTransportschnelligkeit gerechnet werden.
Die Einwirkungen auf die Quantität des Geldes (6. Kapitel)„können wie folgt klassifiziert werden: I.Einwirkungen, die durchden Export und den Import von Geld hervorgebracht werden;2. Einwirkungen, die durch das Einschmelzen oder das Prägenvon Geld verursacht werden; 3. Einwirkungen, die durch die Pro-duktion und den Verbrauch von Geldmetallen herbeigeführt werden;4. Einwirkungen des Geld- und Banksystems, die den Gegenstanddes 7. Kapitels bilden".
Alle diese teilweise sehr eingehenden Untersuchungen enthaltenbestenfalls ein interessantes Material, das aber erst Wert gewinntund in seiner Bedeutung richtig gewürdigt werden kann in einerrichtigen Theorie über die allgemeinsten Grundlagen der Kauf-kraft des Geldes. Angesichts der fundamentalen Irrtümer desVerfassers darüber und der Tatsache, daß er über die Hauptpunkte:Einkommensverschiebungen durch Veränderungen in den Bedürf-nissen oder in den Kosten auf Grund seiner Verkehrsgleichungvollkommen stillschweigend hinweggeht, bleiben diese Untersuchungeneinstweilen bedeutungslos. Von einem richtigen Gesichtswinkelaus betrachtet, kann manches davon vielleicht später einmal beidetaillierter Ausarbeitung der Geldtheorie von Interesse sein.
S. 119/120 werden die Ergebnisse folgendermaßen zusammen-gestellt: „So finden wir hinter den fünf Llrsachenkomplexen, welcheeinzig und allein die Kaufkraft des Geldes unmittelbar bestimmen,über ein Dutzend mittelbarer Arsachen ... Am Schlüsse wie amAnfang unserer Untersuchung tritt die Verkehrsgleichung als derletzten Endes entscheidende Faktor der Kaufkraft des Geldes her-vor (!). An der Äand dieser Gleichung sehen wir, daß regelmäßigdie Quantitätsschwankungen der Depositenumlaufsmiltel direkt mit
R. Ltefmann, Geld und Gold 5 63