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Geld und Gold : ökonomische Theorie des Geldes / von Robert Liefmann
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denen des Geldes parallel laufen, und daß daher die Verhältnisse. .. durch die Einführung von Depositen nicht gestört werden,d. h. es bestätigt sich, daß 1. die Preise gleichmäßig mit der Geld-quantität variieren, sofern das Handelsvolumen und die Amlaufs-geschwindigkeiten unverändert bleiben; daß sich 2. die Preise direktwie die Amlaufsgeschwindigkeiten verändern, sofern ihrerseits dieQuantität des Geldes und der Amfang des Äandels unverändertbleiben, und daß sich 3. die Preise im umgekehrten Verhältniszum Äandelsumfang verändern, vorausgesetzt, daß die Quantitätdes Geldes und folglich auch der Depositen und derenAmlaufsgeschwindigkeiten unverändert bleiben!"

Diese Ergebnisse derVerkehrsgleichung" sind absolut wertlos,weil, wie schon die einfachste Beobachtung zeigt, die Voraus-setzungen, die sie machen, im Wirtschaftsleben nicht zutreffen undniemals zutreffen können. Sehen wir ganz von Fall 2: Amlaufs-geschwindigkeit ab, die doch nicht feststellbar ist, so bleibt zu 1 zusagen: wenn die Geldmenge steigt, so bleibt dasHandelsvolumen"niemals unverändert, weil eben eine Vergrößerung der Geldmenge,mindestens, sofern sie einen einigermaßen nennenswerten Betragausmacht, regelmäßig vergrößerte Kaufkraft, gesteigerte Einkommen,bedeutet, zunächst des Staates, der die Geldmenge vermehrt, dannder Einzelwirtschaften, die die Güter liefern, zu deren Beschaffungder Staat die Geldmenge vermehrt hat. And zu 3 ist zu sagen:Obwohl sich sicher derKandelsumfang" oder um diesen ganzunklaren Begriff zu vermeiden die Menge der großen Mehrzahlvon Gütern, die im Deutschen Reiche gebraucht werden, in denletzten 40 bis 50 Iahren mehr als verdoppelt hat, unterliegt esdoch nicht dem geringsten Zweifel, daß die Preise sich nicht um dieÄälfte vermindert hätten, wenn die Geldmenge und ihre Amlaufs-geschwindigkeit gleichgeblieben wären. Vielmehr zeigt die Beob-achtung, daß die einzelnen Preise sich ganz verschieden bewegen,und dieseZerstreuung" der Preise, mit der sich auch Fisher be-schäftigt, lehrt schon, sobald man nur ihre Arsachen ein wenigeingehender und ungestört durch die trübe Brille der Verkehrs-gleichung prüft, daß für quantitative Vergleiche mit der Geld-menge ein einheitliches, aus Indexnummern konstruiertesPreis-niveau" daraus nicht abgeleitet werden kann. Denn wenn dieseIndexnummern noch so schöngewogen" werden, die Verände-rungen der subjektiven Bedarfsempfindungen kann man nicht

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