entfernt. Das Buch eines so angesehenen Gelehrten wie Fisherwird später einmal als ein Dokument dafür angesehen werden,was zu Anfang des 20. Jahrhunderts bei größtem Scharfsinn undeindringendster Gedankenarbeit in der ökonomischen Theorie nochmöglich war.
Fisher hat die quantitativ-materialistische Ausfassung, die jadie ganze bisherige Wirtschaftstheorie erfüllte, in der Geldlehreins Extrem getrieben. Er hat denjenigen, denen nicht durch dieseBetrachtungsweise schon der Blick für die tatsächlichen Verhält-nisse im Wirtschaftsleben verloren gegangen ist, aufs deutlichstegezeigt, wohin man mit ihr gelangt, zu welch weltfremden, un-wirklichen Konstruktionen sie führt. Wir wollen nun versuchen, aufGrund unserer neuen Wirtschaftsauffassung, die im Wirtschaftennicht die Sachgutbeschaffung, sondern etwas Psychisches, bestimmteErwägungen, nämlich Nutzen- und Kostenvergleichungen erblickt,auch die Gelderscheinungen besser zu verstehen. Zu diesem Zweckmüssen wir auch das Geld und seine Funktionen viel schärfer, alses bisher geschehen ist, in den Einzelwirtschaften, besonders in deneinzelnen Konsumwirtschaften, zurückverfolgen und sehen, wie sichder einzelne Mensch dem Geld gegenüber verhält. Das ist bisherentsprechend der allein auf das „Volkswirtschaftliche " gerichtetenEntwicklung unserer Wissenschaft nur durchaus ungenügend ge-schehen, der unselige Wertbegriff hat da zu durchaus unzutreffendenBehauptungen geführt; wir müssen auf Grund der psychischenWirtschaftsauffassung durchaus von neuem aufbauen. So wollenwir im folgenden Kapitel die innerwirtschaftliche Funktiondes Geldes betrachten.
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