Viertes Kapitel
Die innerwirtschaftliche Funktion des Geldes
1. In der Konsumwirtschaft
ir haben das Geld bisher nur als allgemeines Tauschmittelkennen gelernt. Als solches ist es stets das eine Tausch-gut. Der Tausch gilt als vollendet, wenn der eine dem anderndas Tauschgut, dieser jenem das Tauschmittel übergeben hat.Wenn dieser das Geld wieder fortgibt, um sich Güter dafür zukaufen, so ist das Gegenstand eines neuen Tausches. So wirddas Geld selbst eine ewige Ware, bleibt aber immer ein Gutentfernterer Ordnung, das letzten Endes zur Beschaffung vonGenußgütern dient.
Der Ausdruck: allgemeines Tauschmittel bezeichnet aber nurdie tauschwirtschaftliche, die „soziale" Vermittlungsfunktion desGeldes. Wie gesagt, müssen wir aber, entsprechend der Aufgabeder ökonomischen Theorie, die tauschwirtschaftlichen Erscheinungenauf die Bedarfsempfindungen der Einzelwirtschaften zurückzu-führen, auch beim Gelde seine Funktion innerhalb derEinzelwirtschaft feststellen, es sozusagen auch indivi-dualistisch definieren. Das hat auch die bisherige Wissen-schaft schon erkannt, freilich nicht im Zusammenhang einer Er-klärung des tauschwirtschaftlichen Mechanismus überhaupt, sondernauf Grund der speziellen, verhältnismäßig weit ausgebautenGeldtheorie. Entsprechend dem bisher das Zentrum aller ökono-mischen Erörterungen bildenden Wert begriff hat sie demnachdas Geld als allgemeinen Wertmaßstab bezeichnet.
Das ist nun, wie ja der Wertbegriff überhaupt, ein so viel-deutiger Ausdruck, daß damit wohl etwas Nichtiges gemeint, esaber ebensogut auch vollkommen mißverstanden werden kann.And das letztere ist auch infolge der ganzen objektiv-materialisti-schen Grundlage der Wissenschaft der Fall gewesen. Obwohlman in neuerer Zeit die alte objektive Werttheorie immer mehr
. 69