und zwar nach der Größe seines Einkommens. Aber für dieseBewertung gibt es ebensowenig einen objektiven Ausdruck, wiefür alle sonstigen Bewertungen. Das Geld und der Ausdruckseiner Benutzung als Tauschmittel, die Preise, bedeuten keinerleiObjektivation eines subjektiven Wertes. Das Geld und diePreise sind daher weder ein „soziales" Vergleichsmittel, wieneuere Theoretiker gern behaupten, die mit dem Wort sozial alleihre theoretischen Unklarheiten verdecken wollen, es dient nichtdazu, die Wertschätzungen verschiedener Personen zu vergleichen,denn das ist unmöglich, noch sind sie auch nur ein Ausdruckdes Wertverhältnisses der Güter innerhalb der einzelnenKonsum wirtschaft. Wenn ich für ein Paar Stiefel, einBuch und eine Reise nach Berlin je 20 M. bezahle, so bedeutetdas weder, daß ich sie gleich 20 M. schätze, noch, daß ich sieüberhaupt gleichschätze. Der Preis ist kein Ausdruck eines sub-jektiven Wertes, aber er ist ein objektiver Ausdruck in der allgemeinenRechnungseinheit, die als Kosten von jedem Menschen bewertetwird, und zwar nach der Größe seines Einkommens. Jeder ver-teilt sein Einkommen nach dem Gesichtspunkte höchsten Konsum-ertrages auf alle seine Bedürfnisse, wobei er diese seine wirt-schaftlichen Erwägungen um so genauer vornehmen, einen ein-gehenden Wirtschaftsplan aufstellen kann, je mehr er bei seinenKalkulationen die früheren Preise schon kennt und mit ihremFortbestand rechnen kann (s. darüber meine früheren Aufsätze).
Was sich daraus für die Geldtheorie weiter ergibt, daßüberhaupt nicht das „Geld", die staatlichen Zahlungsmittel, son-dern daß die Einkommen die Güter kaufen, das werden wirim folgenden Kapitel erörtern. Äier feien zunächst über dieFunktion des Geldes in der einzelnen Erwerbswirtschaft ein paarWorte gesagt.
2. Die Funktion des Geldes in der Erwerbswirtschaft
Betrachten wir nun die Rolle des Geldes in den Erwerbs-wirtschaften. Es ist die Rolle, die die bisherige technisch-materialistische Wirtschaftstheorie allein betrachtete, und vondieser Einseitigkeit stammt die ganze Verwechslung von Wertund Preis, die Auffassung des Preises als Wertausdruck unddamit auch aller Irrtum über das Geld.