elastisch, d. h. die Anwendungsmöglichkeit aller sonstigen Zahlungs-methoden zu groß, auch die Zahl und Äöhe der Umsätze zu wech-selnd, als daß sich ein Geldbedarf einer ganzen Volkswirtschaftals einigermaßen fest bestimmte Größe angeben ließe.
Woraus diese realen Zahlungsmittel bestehen, ist vom geld-lichen Standpunkt aus vollkommen gleichgültig. Metallene undpapierne Zahlungsmittel werden immer nebeneinander nötig sein.Die sogenannten Scheidemünzen werden gegenüber dem Kurant-geld eine größere Bedeutung gewinnen, vollwertiges Geld wirdwohl in Zukunft, zum mindesten aus dem Verkehr, üllerall ver-schwinden, wenn es überhaupt noch ausgeprägt wird. An undsür sich aber läge kein Bedenken vor, auch Zehn- und Zwanzig-markstücke als Scheidemünzen auszuprägen und die Ein-, Zwei-,Drei- und Fünfmarkstücke viel unterwertiger als heute.
Es soll nun auf die Frage des Geldbedarfs hier nichtnäher eingegangen werden, die die bisherige Theorie, die nur inden staatlichen und von ihm autorisierten Zahlungsmitteln Geldsah und die Bedeutung der abstrakten Nechnungseinheit nicht er-kannte, gewaltig überschätzte. Sie ist überhaupt keine Frage derallgemeinen Geldtheorie, sondern der praktischen Geldpolitik jedesLandes. Die Menge der staatlichen Zahlungsmittel an sich (nichtaber ihre Veränderungen) spielt in Wahrheit eine ziemlichindifferente Rolle, wie daraus hervorgeht, daß manche Länder beietwa gleicher wirtschaftlicher Entwicklung und nicht sehr verschie-denen Preisen eine sehr verschiedene Menge von solchen besitzen.So war z. B. nach Schätzungen des amerikanischen Münzamtesim Jahre 1913 die Menge der staatlichen oder staatlich autorisiertenZahlungsmittel aus Gold, Silber und Papier pro Kopf der Be-völkerung in Frankreich zirka Z^mal so groß wie in Deutschland und England : 205 M. gegen 89 M.
Die verschiedene Menge solcher Zahlungsmittel wird durch dasausgeglichen, was man bisher als Amlaufsgesch windigkeitbezeichnete, was aber auch alle bargeldsparenden Zahlungsmethodenumfaßt. Das Ideal des Geldwesens ist dasjenige, bei welchemder Verkehr sich selbst die jeweils notwendigen Amsatzmittel schafft,so daß nur für den Kleinverkehr der Staat die notwendigenMünzen bereitstellen muß, die bloße Zeichen der Nechnungseinheitsind und deren Stoff daher sür ihre Geltung ganz gleichgültig ist.Sie für das eigentliche Tausch- und Preisausdrucksmittel zu
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