aber der Amlauf erheblich geringer und hat im Jahre 1915 nuran drei Ausweistagen infolge der großen Kreditansprüche vor denQuartalsterminen 2 Milliarden Mark überschritten. Im Jahre1916 ist er aber am 30. September auf 2,484 Milliarden Markgestiegen.
Zum Verständnis ihrer Bedeutung im deutschen Wirtschafts-leben, aber auch für die Beurteilung ihres Einflusses auf dieKaufkraft des deutschen Geldes ist es von Wichtigkeit, festzustellen,wer die Kreditnehmer waren. Nach dem Bericht der Hauptver-waltung für 1915 entfielen in diesem Jahre an Darlehen auf
. 14,2°/.
die Kommunalverbände......
. 12,6 ..
die Sparkassen.........
. 19,8 „
Banken, Kreditgenossenschaften . . .
. 9,2 „
Kriegsgesellschaften (Neichsgetreidestelle,
Zentraleinkaufsgesellschaft usw.) . .
. 5,7 „
Äandel, Transporte, Versicherungswesen
. 12,8 „
. 5,7 „
. 1,0 „
. 19,0 „
100,0 °/„
Von dem Gesamtumsatz von 16,84 Milliarden Mark entfielenallein 9330 Millionen Mark auf Berlin , von diesen wieder20,5 °/o auf Darlehen für Kriegsanleihezeichnungen, währenddiese Darlehen in Frankfurt a. M. 93,9 °/„ (über 50 MillionenMark) ausmachten. Die Zinseneinnahmen betrugen 54,64 Mil-lionen Mark, die Verwaltungskosten 10,38 Millionen Mark, isodaß das Reich einen Überschuß von 48,86 Millionen Mark be-hielt (1914: 15,75 Millionen Mark).
Bemerkenswert ist vor allem die starke Inanspruchnahmedurch öffentliche Körperschaften mit über einem Viertel der ge-samten Darlehen.
Wie steht es nun mit der „Inflation" durch dieses Kriegs-geld? Auf der einen Seite haben seine Verteidiger in allenLändern, auch in der Denkschrift der Reichsregierung, welche dieErhöhung der Maximalgrenze auf 3 Milliarden Mark befür-wortete, betont, das Entscheidende für dieses neue Papiergeld sei,daß hier „wirkliche Werte zugrunde gelegt sind". Aber was sind2l0