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Der Getreidehandel in der Provinz Posen / von Władysław Hedinger
Entstehung
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Wenn auch die amtliche Statistik nur die Zahl derBetriebe und nicht die der Eigentümer verzeichnet es istalso schwer festzustellen, wieviele der einzelnen Betriebein einer Hand vereint sind, so kann man trotzdem denSchluss ziehen, dass die Bedeutung des Grossgrundbesitzesstetig abnimmt.

War schon nach der Betriebszählung von 1895 imVergleich mit der von 1882 bemerkbar, dass die Gross-betriebe an Zahl (2734 zu 2605) und Fläche (55.37%52.19%)zu Gunsten der Parzellenbetriebe und Bauernwirtschaft ab-nahmen, so weist die Betriebszählung von 1907 diesbezüglicheine noch weitere Steigerung auf. Die Verminderung desGrossgrundbesitzes an Zahl (2.605 2305) und Fläche(52.19%46%) geht in steigendem Masse vor sich, ebensoseit 1895 eine Abnahme der Parzellenbetriebe. Dagegengewinnen die kleinen, mittleren und grossen Bauernwirtschaftenerheblich an Zahl und Grösse. Der Grund ist wohl haupt-sächlich in dem nationalen Kampfe um den Grund undBoden zu suchen, der die staatliche und private Ansiedlungs-politik zur Folge hat. Dieses Bild der landwirtschaftlichenStruktur ist deshalb von Wichtigkeit, weil sich die Organisation des Getreidehandels ihr hat anpassen müssen.

Die Technik des landwirtschaftlichen Betriebes hängtab von der Bodenart. Sie bedingt zum grossen Teil dieArt der Bodenbenutzung und den materiellen Ertrag.

Das Fl ä c h e n v e r h ä 11 n i s der Haupt-bodenarten

ist folgendes (nach Meitzen, Der Boden d. preuss. Staates)(zum Vergleich der preussiche Staat):

Prov. Posen

Pr. Staat .

Lehm auf der Höhe

5.3%

15.9 %

in den Flussniederungen

1.4

2-8

grauer auf der Höhe (Thon)grauer Lehm (Thon) in den Fluss-

1.5

7.1

niederungen

1.2.

2.8 ,

zusammen Lehm- (Thon) Boden

9.4 %

28.6 %