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Der Getreidehandel in der Provinz Posen / von Władysław Hedinger
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Danach weist die Provinz Posen die grösste Fläche59.6°/o unterm Pflug und den kleinsten Prozentsatz vonertraglosen Land auf. Jedoch der Rein-Ertrag nähert sichoft dem niedrigsten und nur dank der ausgiebigen Nutzungsteigt der Durchschnitts-Ertrag v. Mg. der Gesamtfläche auf21 Sgr. d. h. nur ca. 2 / 3 des durchschnittlichen vom ganzenpreussischen Staate und rangiert somit an die dritte niedrigsteStelle noch vor Ostpreussen ( mit 17 Sgr.) und Westpreussen(mit 19 Sgr.), selbst Pommern (24 Sgr.) und Brandenburg( 25 Sgr.) weisen grössere Durchnittsreinerträge auf wie dieProvinz Posen 1 ).

Anbau der Feldfrüchte.

Im Besonderen nutzte die Provinz Posen ihren Bodenwas den Anbau der Feldfrüchte anbetrifft - im Durchschnittder Jahre 1878 -1900 in folgender Weise 2 ):

*) Meitzen Bd. V., S. 494, 496 schreibt wie folgt:

Für die Beurteilung der Bodenbeschaffenheit nach diesen,

Zahlen kommt in Betracht, dass in denselben neben der Bodengütenoch das Klima und besonders die Verkehrslage zumAusdruck gelangt. So berechnet sich der durchschnittliche Reinertragvom Morgen der Gesamtfläche in der Provinz Brandenburg zu25 Sgr., in der Provinz Ostpreussen dagegen zu nur 17 Sgr., trotzdemin der Provinz Brandenburg 43% der Gesamtfläche aus Sandbodenund 36% aus sandigem Lehmboden, in der Provinz Ostpreussen aber nur 23% der Gesamtflächen aus Sandboden, dagegen 52% aussandigem Lehmboden bestehen. (Meitzen Bd. V).

2 ) Anm. Berechnet aus MeitzenDer Boden des PreussischenStaates Bd. VII.

Art. Die Bodenbenutzung und der Anbau der Feldfrüchte inden Jahren 1878 1900.

Der Rahmen dieser Arbeit gestattet es nicht, genauer aufdie Anbauverhältnisse einzugehen. Auch ist die letzte umfassendeexakte Anbaustatistik vom Jahre 1900. Jedoch sei an dieser Stellebemerkt, dass schon die Zahlen von 1878 - 1900 auf eine immer in-tensivere Betriebsweise hinweisen. Freilich bleibt der dem Getreideund Hülsenfrüchten zugewandte Prozentsatz an Boden derselbe,doch die Brache, die Ackerweide, zum Teil auch der Forstbau undWiesen nehmen sehr stark ab, wogegen vor allem der Anbau vonHackfrüchten, Gemüse und Futterplanzen sehr stark zunimmt.

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