Posen gegründeten Rolniks hat sich nur einer aufgelöst,in Santomischel mit einem Verlust von 1900 Mk, so dassjeder Genosse 34 Mk zuzahlen musste. Alle anderen zeigendas interessante Bild einer in den Anfängen begriffenenEntwickelung.
Die stetig wachsende Zahl der Mitglieder, das steteAnwachsen der Geschäftsanteile und das sichtliche Streben,durch Sammeln von Reservefonds das eigene Betriebskapitalleistungsfähiger zu machen, die wachsenden Umsätze in deneinzelnen Artikeln (siehe Tabelle VI) und die zur Verteilungübrig gebliebenen von Jahr zu Jahr höheren Gewinne (trotzder Verluste im Jahre 1908/9 bei 4 Genossenschaften) weisendarauf hin, dass hier in den Rolniks notwendige, gesundeund entwickelungsfähige Institutionen geschaffen worden sind,mit denen die Getreidehändler schon zu rechnen beginnen.
Von ganz anderer Bedeutung ist das landwirtschaft-liche Genossenschaftswesen auf deutscher Seite. Es ist inverschiedenen Verbänden organisiert 1 ), jedoch kommen fürden Getreidehandel inbetracht
1. Der Verband der landwirtschaftlichen Genossen-schaften für die Provinz Posen und
2. der Verband ländlicher GenossenschaftenRaiffeisenscher Organisation für Posen.
b)Der Verband der landwirtschaftlichenGenossenschaften für die Provinz Posen .
Ueber die Entwickelung desselben in der ProvinzPosen hat sich auf dem 20. deutschen landwirtschaftlichenGenossenschaftstag in Posen 1904 der VerbandsdirektorOekonomierat Hünerasky Posen verbreitet. Danach blicktdas landwirtschaftliche Genossenschaftswesen der ProvinzPosen auf eine verhältnismässig kurze Vergangenheit zurück.Bis zum Jahre 1880 kannte man im Osten die Genossen-schaft auf dem Lande kaum dem Namen nach. Hüneraskyführt diese Erscheinung zurück auf die Rückständigkeit dergesamten wirtschaftlichen Verhältnisse, namentlich auch der
J ) Dr. Hampke, Posen 1906: Die Schädigung des Handelsin den Provinzen Posen und Westpreussen.