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Selbst wenn die 50°/ 0 Kleie nur a Mk 10, —gerechnet würde, ist derVorteil noch ein ganz er-heblicher.
50 l >/ 0 Kleie ä Mk 10, - = 5, -45% Mehl 5, 33 —- % K. 11,84
Mk 10,33
+ Fracht Kalisch-Ostrowo Mk — ,15
Mk 11,99Vorteil „ 2,26
Mk 14,25
Die bis hierher aufgestellten Rechnungen setzen voraus,dass deutscher Roggen auf Grund der Einfuhrscheine nachKalisch bezogen, die Kleie zollfrei wieder eingeführt, dasMehl sowohl von Ostrowo als auch von Kalisch in dasAusland abgesetzt wird.
In Wirklichkeit wird das aber nicht zutreffen.
Der Müller in Kalisch wird einen Teil des benötigtenRoggens im Lande decken können wie er auch für einengrossen Teil des Mehles, vielleicht, wie bis jetzt die schonbestehenden Mühlen, für das ganze Mehl Absatz in Russ-land finden.
Die neuen Mühlen mit ihren modernen Einrichtungenund ihrer grossen Produktion werden namentlich ihrenUeberschuss an Mehl transito durch Deutschland im Aus-lande absetzen können, weil sie in der Lage sind, diedeutschen Mühlen ganz erheblich im Preise zu unterbieten.
Die beigefügte Zusammenstellung (cfr. S. 157) zeigt dieganz merkwürdigeTatsache.dass in Ostrowo die besseren Mehl-sorten von 65% mit Mk 19,64 an, ihrem Werte nach bis zu 45%mit Mk 22,15, um Mk 2,41 per 100 Kilo im Preise steigen,während in Kalisch das 45°/ 0 ige Mehl, also die beste Markesogar um 38 Pfg. per Sack billiger wird als die geringere.
Der lästige Wettbewerb der Kalischer Mühlen, derdurch die Lücke in der deutschen Zollgesetzgebung be-günstigt wird, wird auch in Russland selbst schon drückendempfunden, nicht nur von Müllern, die zu weit entfernt vonder Grenze wohnen und wegen zu hoher Frachten mit denKalischer Mühlen nicht mit können, sondern auch von derrussischen Landwirtschaft.