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Das Freihandelsargument / von Lujo Brentano
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von Deutschland gegen seine feineren Laumwollgcspinsteeinzutauschen. Denn aus diese Weise wirft seine Pro-duktivkraft die größten Uebcrschüsse ab. Wollte es da-gegen seinen ganzen Bedarf an starken Baumwollgarnenselbst decken und zu dem Zweck etwa gar die Einfuhrstarker Garnnummern aus Deutschland durch einenSchutzzoll ausschließen, so könnte dies seinen bei derHerstellung und dem verkauf femer Nummern erzieltenGewinn und die höchstmögliche Verwertung seiner Pro-duktiokraft nur schmälern. Dieser systematischen Konzen-tration seiner Produktivkräfte auf die Produktions-zweige, welche die höchsten Ueberschüsse über die auf-gewendeten Rosten abwerfen, verdankt England die allesübertreffende Zunahme seines Reichtums in der zweitenHälfte des 19. Jahrhunderts, (vgl. Anhang auf S. 46.)

Wie aber verhält es sich mit jenemextremen Fall",den man neuerdings konstruiert hat''), um das Frei-handelsprinzip absuräum zu führen, jenen Fall, in d^mdas Kusland sich als der ökonomisch günstigere Standortfür alle Arten der Produktion darstellt und den ge-samten Weltbedarf zu liefern vermag? Führt der Frei-handel hier nicht folgerichtig zur Entvölkerung desVaterlandes und Ansiedelung seiner Bewohner im pro-duktionsgeeigneteren Ausland? Ganz gewiß- auch hatdie Menschheit von jeher in so extremen Fällen jeneFolgerungen gezogen. So ist die Ungunst der Produk-tionsbedingungen die Ursache, warum die Polargegendenunbewohnt und Wüstengegenden nur schwach bewohntsind, warum in vergangenen Zeiten die Völker ihreHeimat regelmäßig verließen, sobald deren produktions-

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