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Das Freihandelsargument / von Lujo Brentano
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wie die Uohstoffverarbeitung rentabel macht,' dagegenwird in den unentwickelten Ländern die Ausfuhr desauf ihrem billigen Boden gebauten Getreides vorteil-haft. Ein jedes Land erzielt mit seinen Produktivkräftennun in dem Maße Gewinn, in dem es seine Produktionaus die Produktionszweige konzentriert, welche die größt-möglichen Ueberschüsse abwerfen, und mittelst dieser seinerProdukte anderen Ländern die Produkte abkauft, diees durch solchen Umtausch billiger erhalten kann, alses sie selbst herstellen könnte. Ie größer die Ueber-schüsse sind, welche einem Lande die in ihm betriebenenProduktionszweige abwerfen, desto größer ist der Vor-teil, den es von diesem internationalen Umsätze zieht,desto größer sein Anteil an der Weltproduktion.

Damit ein jedes Land möglichst rasch den Pro-duktionszweigen sich zuwende, deren Produkte ihm diegrößtmöglichen Ueberschüsse über die aufgewendetenKosten abwerfen, haben nun Hamilton in Nordamerika ,Graf Thaptal in Frankreichs) und Friedrich List inDeutschland vorübergehende Schutzzölle befürwortet, umdas Inland in den Trwerbszweigen, in denen es nur aushistorischen Ursachen wegen Kapitalmangels oder nochfehlender Krbeitsgeschicklichkeit hinter der Produktionanderer Länder zurücksteht, zur Konkurrenzfähigkeit mitdem Ausland zu erziehen. Hier werden den Konsumentenallerdings Gpfer im Interesse gewisser Produktions-zweige zugemutet, aber nur vorübergehend- auch hatder Konsument hier den Trost, daß sein Gpfer wirklichder Gesamtheit, deren Produktivkraft erhöht wird, zugute kommt. Wo es dagegen ausgeschlossen war, daßein Erwerbszweig durch jene Gpfer zur freien Kon-

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