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Selbstverständliches voraussetzt, daß das Product, auf dessenHerstellung Arbeit verwendet wurde, stets einem vorhandenenBedürfnisse begegne, also in couerew Gebrauchswerth habe,so kennt seine Morphologie der Industrie höchstens den Ein-fluß des steigenden Bedarfs aus die Gestaltung des Industrie-betriebs^); der Einfluß des relativen Rückgangs oderFehlens der Nachfrage wird von ihm ganz ignorirt. Undwenn auch die mit steigendem Bedarfe verbundene Aussichtauf größeren Gewinn stets förderlich war in der Entwicklung,so war doch die Furcht vor Ruin in Folge einer dem Pro-ducte fehlenden Nachfrage die weit wirksamere Triebfeder zurHerbeiführung vortheilhafterer Betriebsformen. Dies zeigtsich besonders in dem Gegensatz der landwirtschaftlichenund der industriellen Entwicklung. In der Landwirthschaftsind, wie Thünen gezeigt hat, die mit dem natürlichenMonopol des Marktes verbundene steigende Nachfrage undder steigende Preis die Voraussetzung für den Uebergangvom extensiveren zum intensiveren Feldsysteme; in der In-dustrie hat das mit der fortschreitenden Erweiterung desMarkts eintretende Sinken der Preise und die Furcht voreiner fehlenden Nachfrage vom Handwerk zur Manufacturund von dieser zum Fabrikbetriebe geführt. In der Land-wirthschaft findet daher jener Uebergang, wo die wirthschaft-lichen Voraussetzungen dafür gegeben sind, bekanntlich weitlangsamer statt als in der Industrie. Obwohl eine inten-sivere Bewirthschaftung oft schon lange vortheilhafter wäre,vermag die bloße Aussicht auf höheren Gewinn Viele nichtzum Aufgaben des extensiveren Feldsystems zu bewegen,während in der Industrie das Sinken der Preise Alle hin-