Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
80
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nach New Aork zu reisen, um festzustellen, ob eine Kombinationzwischen der Lchiffahrtsvereinigung und den amerikanischen Eisenbahnen tatsächlich bestände, wurde vom Kaiser lebhaft be-fürwortet und von Dr. Wiegand angenommen. Nachdem esBallin dann noch gelungen war, die beim Llopd bisher herr-schende Auffassung, daß die Selbständigkeit der deutschen Ge-sellschaften durch den Vertrag beeinträchtigt würde, durch einegenaue Darlegung der bezüglichen Bestimmungen zu beseitigen,erklärte auch der Aufsichtsrat des Llopd sich damit einverstandenunter der Voraussetzung allerdings, daß die finanzielleBeteiligung an deram er ikanischen Gesellschaftfortfiele.

Diese Beteiligung ist denn auch tatsächlich aus dem end-gültigen Vertrag fortgelassen und durch eine gegenseitigeDividendenbeteiligung ersetzt worden, wobei dieamerikanische Vereinigung den deutschen Linien eine 6°/,igeDividende garantierte und nur an einer 6°/« übersteigendenDividende beteiligt war. Diese Änderung entsprang einemVorschlage des Leiters der Disconto-Gesell,schafft Herrn v. Hansemann, der der ganzen Lacheebenfalls ein lebhaftes und tätiges Interesse gewidmet hatte.

Übrigens wurde vom Llopd im Laufe der Verhandlungennoch ein anderer Gedanke vorgebracht, und zwar eineSicherung des deutschen Einflusses bei denbeiden deutschen Gesellschaften dadurch, daß einevom Reich unter privater Beteiligung zu gründende Gesell-schaft, ähnlich der preußischen Leehandlung, einen starkenBetrag von Aktien der beiden Gesellschaften aufkaufen und