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Konferenz abgehalten, in welcher der Kaiser Paragraph fürParagraph des Abkommens vorlas und jeden einzelnen Punktdiskutierte. Der Kaiser saß dabei auf dem Bett des Adjutanten,während der Reichskanzler und ich die beiden einzigen Stühlehatten, und der Kapitän v. Grumme sich auf einem Tisch be-quem niederließ. Der Schluß der Verhandlungen war, daß d e rKaiser sich mit dem Plane vollständig einver-standen erklärte, und mir, wie gesagt, dieSorgenoch auferlegte für den Norddeutschen Lloyd.
»Ich reiste am Nachmittag des nächsten Tages nach demMittagessen mit dem Reichskanzler nach Berlin zurück, und wiemit dem Kaiser, so hatte ich auch mit ihm Gelegenheit, überalle möglichen Fragen von Interesse zu sprechen. Am 18.Oktober kehrte ich nach Hamburg zurück/
Die Verhandlungen mit dem NorddeutschenLloyd, die Ballin auf sich genommen hatte, boten großeSchwierigkeiten, da der Generaldirektor des Lloyd, Dr.Wiegand, die Ansichten Ballins über die amerikanische Ge-fahr und die Bedeutung der amerikanischen Kombination nichtteilte. Nach näherer Kenntnisnahme der von Ballin getroffenenVereinbarungen schlug die Stimmung beim Lloyd indessen um,und an einer weiteren Londoner Verhandlung im Novembernahm der Präsident des Lloyd, Plate, teil. Dennoch konnteman sich in Bremen noch nicht endgültig entschließen, und zu-nächst fand eine neue Besprechung der beiden Generaldirektorenam i z. November gelegentlich der Kaiserlichen Abendtafel inPotsdam statt, bei der der Kaiser zwischen den beiden Herrensaß. Ein Vorschlag Ballins, gemeinsam mit Dr. Wiegand