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Schiffe von hoher Geschwindigkeit erwiesen hatten, die WhiteStar Line zum Bau der „Glympic"-Klasse von 40000Brutto-Reg.-Tonnen übergegangen war, erschien Ballin derfrüher geplante Bau einer vergrößerten „Amerika ", also einesSchiffes von zo—zzooo Brutto-Beg.-Tonnen und ca. 19Seemeilen Geschwindigkeit überholt, und er kam zu einemTyp von Schiffen von solcher Geschwindigkeit, daß drei aus-reichen würden, in der Saison einen wöchentlichen Dienstdurchzuführen, allerdings bei nur sehr kurzem Aufenthalt imHafen, und von solcher Größe und Schönheit, daß sie keinenanderen nachstanden, und die Vorzüge des Amerikq-Typs mitdenen der Schnelldampfer vereinigten. Das waren die dreiImperator-Dampfer: „Imperator" — so genannt nach einemVorschlag des Kaisers —, „Vaterland" und „Bismarck" —so genannt auf Vallins Vorschlag mit der Absicht, durch einemarkante kaiserliche Huldigung für das Andenken des großenKanzlers, wenn möglich, auch die letzte Erinnerung an denunseligen Zwist im Gemüt des deutschen Volkes zu tilgen.Bekanntlich sind die drei Schiffe durch den Krieg und denFrieden von Versailles in Feindeshand gefallen, und die eng-lische Presse beginnt schon zur Stunde den „Bismarck" alsdas kommende schönste und größte Schiff der Welt — unterenglischer Flagge — zu preisen. Diese Klasse von Schiffen istallerdings das Vollendetste, was die Lchiffbaukunst bishergeleistet hat und wird es wohl auch für etliche Zeit bleiben.Daß die verarmte Welt und der zurückgegangene Weltverkehrfür Größeres und Schöneres ein Bedürfnis haben sollte, istnicht anzunehmen.