Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
308
Einzelbild herunterladen
 

ZO8

hast mit dem Gedanken, was für die Versorgung des Heeresund der Zivilbevölkerung zu geschehen habe, wenn Deutschland in einen Koalitionskrieg geriete, und etwa die Zufuhr von derSee unterbunden sei. Er schrieb damals an Ballin einenBrief, worin er die Lage, wie sie sich in einem solchen Fallwahrscheinlich gestalten werde, sehr klar schilderte, namentlichauch darauf hinwies, daß im Kriegsfall der Bedarf an Lebens-mitteln noch größer sein werde als im Frieden eine Tat-sache, die man in Deutschland gar nicht beachtet hatte unddaß vor allen Dingen ein großer Bedarf an Rohstoffen ein-setzen werde. Darum müsse man doch bis zu einem gewissenGrade eine finanzielle und eine wirtschaftliche Mobilmachungvorbereiten, sonst könne man bösen Überraschungen ausgesetztsein. Militärischerseits habe man sich mit dieser Frage bereitstheoretisch beschäftigt, mit den Iivilbehörden sei aber nichtweiterzukommen. Der General wünschte die Frage wieder inFluß zu bringen, und fragte zu dem Zwecke nach den An-sichten und dem Rat von Ballin. Gesteigert wurde die Sorge,die man sich in militärischen Kreisen aus diesem Anlaß machte,dadurch, daß ja in dieser Zeit bereits beunruhigende Nach-richten aus Rußland über die Zunahme der russischenRüstungen eintrafen.

Wir sandten dem Grafen Waldersee eine kleine Denkschrift,die ich entworfen hatte, und worin ich u. a. auf Anregungenzurückgriff, die der Lübecker Lenator Possehl zu dem gleichenGegenstand vor einiger Zeit in einem Vortrag vor einem privatenKreise gegeben hatte. Über die Notwendigkeit einer wirtschaft-lichen Vorbereitung eines Krieges wenn man einen Krieg