Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
316
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etwa die Maßnahmen im Äuge, die durch den Friedensvertragvon der deutschen Regierung erpreßt wurden, wie die Aus-lieferung der Handelsflotte, sondern Kriegsmaßnahmen. Siehaben mit jener Maßnahme der Feinde eins gemeinsam,nämlich daß nachträglich ihre Urheber wohl allesamt zu derEinsicht gekommen sind, daß hier ein großer Aufwand nutzlosvertan wurde. Die Annexion der deutschen Handelsflotte hat,wie man in England offen zugibt, viel dazu getan, den Welt-markt der Schiffahrt gründlichst zu ruinieren und Verwirrungin das ganze Gewerbe zu bringen. Die Kriegsmaßnahmender deutschen Regierung, besser gesagt, der Marine, aber habeneinem Phantom zuliebe enorme Werte geopfert, unddadurch die Entschädigung der Reedereien notwendig gemacht,ohne durch diese auch nur einen bescheidenen Teil der Verlustewieder gutmachen zu können. Denn was aus dieser Ent-schädigung wiederhergestellt werden kann, ist qualitativ nicht einZehntel, nicht ein Zwanzigstel des früheren) Man wird dassehen, wenn man nach Verbrauch der Entschädigung die dannvorhandene Passagierdampferflotte mit dem vergleichen kann,was Deutschland daran früher besaß!

Jenes Phantom war der Kampf gegen den Schiffs-raum, die falsche Voraussetzung des Ubootkrieges, ein törichterGlaube, der sogar so weit ging, anzunehmen, daß die Heraus-ziehung des deutschen Schiffsraums aus dem Weltverkehr dieVersorgung der feindlichen Mächte beeinträchtigen könnte.Aus diesem Glauben heraus entstand das Verbot des Ver-kaufs der in neutralen Häfen liegenden deutschen Schiffe unddie Zerstörung der Maschinen dieser Schiffe, als ihre Beschlag-