Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
322
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Z22

Erklärung des uneingeschränkten Ubootkrieges, woraufhin dievorgesehene Fühlungnahme unterblieb und der mühsamgesponnene Faden endgültig zerriß. Denn nun waren dieAlliierten der amerikanischen Hilfe und ihres Sieges sicher.An keiner Friedensaktion, von der ich gehört habe, ist miteiner so selbstlosen und unermüdlichen Hingebung und Zähigkeitgearbeitet worden wie an dieser. Allerdings hätte sie uns nicht,so wenig wie irgendeine andere, den Frieden bringen können,auf den die öffentliche Meinung in Deutschland durch Jahrehindurch eingestellt worden war, infolge der durch die militärischeZensur und die militärische Berichterstattung genährten Über-schätzung der eigenen Kraft.

Von dieser Überschätzung ist Ballin immer frei gewesen.Er erkannte rückhaltlos die gewaltige deutsche Leistung imKriege an, fürchtete aber, daß der immer zunehmenden Zahlder Feinde die deutsche Kraft auf die Dauer nicht gewachsensein würde, und vertrat deshab immer die Anschauung, daßman, um zum Frieden zu kommen, sich in seinen Ansprüchenbescheiden müsse. Damit steht auch nicht im Widerspruch eins. Z. viel besprochener Artikel, den Ballin zum Neujahr 191Zin derFrankfurter Itg." unter der ÜberschriftDas nasseDreieck" veröffentlicht hat. Er führte darin aus, daß Deutsch-land mit seiner Seemacht aus demnassen Dreieck", der Nord-see, heraus an den Gzean müsse, damit es nicht wieder blockiertwerden könne. Man hat diese Äußerung auf Belgien be-zogen und Ballin als Kronzeugen auch für den Plan einerAnnexion Belgiens in Anspruch nehmen wollen. Mit Un-recht. Leine Gedanken bei Abfassung jenes Artikels gingen