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Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
323
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darüber hinaus und richteten sich auf eine Flottenstation amAtlantischen Gzean, etwa in der Gegend Nordafrikas , und sowie er sich das Kriegsende dachte ohne Annexion und ohneEntschädigung, aber mit Gewinn auf weltwirtschaftlichem Ge-biete und einer dauernden Verständigung mit England aufpolitischem und Marinegebiet, herbeigeführt durch die Un-möglichkeit, Deutschland militärisch niederzuringen so konnteauch jener Gedanke erfüllbar scheinen. Man erinnere sich nuran den im KapitelPolitik" wiedergegebenen Artikel derWestminster Gazette". Davon war Ballin fest überzeugt,daß, wenn auch nur ein sogenannter KompromiMede erreichtwürde, d. h. Deutschland mit gar keinem Gewinn an Landund ohne Entschädigung aus dem Kriege hervorginge, der Ein-druck der deutschen Leistung in der Welt so überwältigend seinwerde, daß auf indirektem Wege wir mehr Vorteile aus demKriege ziehen würden als die größte Kriegsentschädigung undder größte Landgewinn uns bringen könne. Ganz abgesehendavon, daß zur Verdauung eines Landgewinnes, wie andereLeute sich ihn vorstellten, Deutschland nach der Erfahrungfrüherer Zeiten nicht imstande sein werde. Diese Anschauungwurde natürlich alsZlaumacherei" angesehen und ihrVertreter entsprechend beurteilt.

Gegen diesen Vorwurf derFlaumacherei" und England -fteundlichkeit hat er sich einmal in einem Briefe an einen be-freundeten Marineoffizier in charakteristischer Weise verteidigt.Wenn ich nun noch", schreibt er im April 191Z,ein Wortvon mir persönlich sagen darf, so möchte ich im Hinblick ausdas erhebliche Stück des Lebensweges, welches ich in freund-