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schulte Köpfe während des Krieges ähnlich geurteilt, wie Ballimaber niemand konnte ja unter der Kriegszensur solche Ansichtenöffentlich vertreten. Die Ballin'sche Auffassung von dem Ge-winn aus einem KompromWieden ist vollauf bestätigt wordendurch den unleugbar großen Eindruck, den die Welt auch nachder Niederlage Deutschlands von seiner Leistung gehabt hat, undder die Welt in bezug auf unsere Erholungsfähigkeit viel opti-mistischer gestimmt hat, als wir selber unter dem Eindruck derKatastrophe waren.
Aber die politische Tätigkeit Ballins im Kriege seian der Hand seiner Aufzeichnungen hier noch das Folgendeberichtet.
Der Krieg traf ihn, wie aus dem Vorstehenden bereitshervorgeht, völlig überraschend, er glaubte vor allem nicht, daßes ein langdauernder Krieg sein werde, „der Weltverkehr werdesich das nicht gefallen lassen/ war seine Ansicht in den erstenKriegstagen. Am übrigen suchte er sich Arbeit zu schaffen,Arbeit im Interesse des Landes. »Arbeit ist heute das, waswir brauchen/ schrieb er an einen Freund, »was uns erhebtund uns erhält und uns, die wir nicht mehr direkt an denFeind gehen können, das Bewußtsein gibt, noch etwas zunützen/ Aber damit verbunden taucht schon die Frage auf:»Eine andere Frage ist, wer von den Männern, die heute imHauptquartier sitzen, die Kraft und die Klugheit hat, einmalerfolgreich den Frieden zu verhandeln/ Am den Frieden, undwie man ihn herbeiführen könne, was er Deutschland bringenkönne, und wie man eine für Deutschland möglichst günstigeWeltkonstellation vorbereiten könne, darum drehen sich alle