Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
330
Einzelbild herunterladen
 

zzo

Fehler, der sich später rächen könne. Es wäre sicherlich sehr gut, wennein solcher Mann, der auch im Auswärtigen Amt persons Arsta ist,einmal im Hauptquartier über diese Lache sich Gehör verschaffenkönnte/

Von den politischen Problemen, die sich für Deutschland ergaben, beschäftigte Ballin in der ersten Zeit des Kriegesnamentlich die Frage, wie man Italien und Rumänien an einem Abertritt in die Reihe unserer Gegner verhindernkönne. Er tat deshalb alles, was in seinen Kräften stand,um die Entsendung des Fürsten Bülow nach Rom zu beschleunigen und bemühte sich einerseits, den Fürsten zurÜbernahme dieser dornenvollen Aufgabe zu bewegen, anderer-seits den Reichskanzler zur Berufung des Fürsten zu bringen.Neben der politischen Bedeutung der Aufgabe betonte er dabeibesonders ihre Bedeutung für die deutsche Volksernährung.

.«Die Frage der Versorgung des deutschen Volkes", schreibt

er ins Hauptquartier, «hängt natürlich auch eng zusammen mit derLösung der italienischen und rumänischen Schwierigkeit. Ich kann michder Befürchtung nicht erwehren, daß es hier «Zeit verloren, alles ver-loren" heißt. Kein Druck ist, glaube ich, zu stark, um Österreich klar-zumachen, daß eine Einigung mit Italien eine conctitio 8ine quunon für die sieghafte Beendigung dieses Krieges ist. Wenn davongesprochen wird, daß Italien mit neuen Forderungen kommen wird,wenn man die ersten Ansprüche erfüllt, so könnte die deutsche Regie-rung sich ja für ihre guten Dienste als Vermittler die schriftliche Zu-sage geben lasten, daß eine Erhöhung der Forderung nicht eintretenwird.".

.«Daß auch die Italiener, wenn sie zum März in Waffen

starren, nicht mehr friedlich abrücken können, wenn Österreich sich nichtgütlich mit ihnen verständigt, liegt militärisch und politisch zu klar, um