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.Und eins vergessen Sie, bitte, nicht. Wir müssen unsere
Entschädigung suchen in der Nnncktion wertvoller überseeischer Gebiete.Wir können uns des ruhigen Genusses der Früchte dieses überseeischen
Gebietszuwachses aber nur crsreuen im Frieden mit England .
Heute sind in säst allen englischen Kolonien Deutsche die hervorragendstenFührer des Wirtschaftslebens, und die offene Tür hat uns einen großenTeil des Nationalreichtums gesichert, der bei Kriegsausbruch dieglänzende Grganisation unserer finanziellen Mobilmachung ermöglichte.
Deshalb halte ich es auch für so sehr verfehlt, daß die öffentlicheMeinung durch die deutsche Presse gegen England so wahnsinnig über-heizt wird. Ich war in dieser Woche in Berlin und bin erschrocken überdie uferlosen Gedanken, denen nicht nur die Berliner, sondern auchhervorragende Männer ausRheinland und Westfalen sich hingeben—"Neben diesen Gedanken, wie ein Frieden herbeigeführtwerden könne, beschäftigte Ballin namentlich die Sorge darüber,daß der Kaiser sich zu sehr von der Nation entferne durch seinelange Abwesenheit von Berlin , und daß er daher die Fühlungmit dem Volke verliere und über seine Stimmung nicht mehrrichtig orientiert sei. Er deutete das in einem Briefe an einenihm seit langem befreundeten Herrn in der Umgebung desKaisers an:
,.Hoffentlich können Sie Leine Majestät den Kaiser bald
bewegen, sein Hauptquartier für den Winter nach Deutschland zuverlegen. Es erscheint mir nur logisch, daß, wenn man einen Krieg inRußland und Frankreich führt, das Hauptquartier auf deutschem Bodenbleibt. Ich halte das vom Standpunkt der Sicherheit für so sehr er-wünscht und sorge mich sehr um unseren Kaiserlichen Herrn.
Gb es richtig ist, die Presse so scharf zu knebeln, darüber kann man
anderer Meinung sein. Mich besuchte gerade heute Herr., ein
früherer Gssizicr und ein außerordentlich verläßlicher und tüchtigerMann. Er klagte sehr über die scharfe Zensur und meinte, es sei ein