retten konnte, das aber nicht zu erlangen war. Schon balddarauf teilte Fürst Bülow Ballin mit, daß die Lache hoffnungs-los stände.
Ballins Lorgen richteten sich nun auf Rumänien , daser namentlich auch im Hinblick auf seine Bedeutung für unsereErnährung für noch wichtiger hielt als Italien. In seinenAufzeichnungen aus dieser Zeit heißt es:
.„21. Juni 1915. Die Nachrichten, welche mir.
über die politische Lage mit Bezug auf Rumänien und Bulgarien sandten, waren so ernst geworden, daß ich mich veranlaßt gesehen hatte,dem Chef des Großen Eeneralstabes, General von Falkenhayn, Abschrift dieser Briefe zu übersenden und ihm zu sagen, daß nach meinerAnsicht das Auswärtige Amt am Ende seiner Möglichkeiten sei unddaß nur ein starker militärischer Druck, den er und der Freiherr vonConrad auf den Grasen Tisza ausüben können, geeignet sei, dahinzu führen, daß dieser halsstarrige Mann sich mit den Balkanstaateneinigt/.
.„F. sprach bei dieser Gelegenheit sehr verächtlich von dem
Gedanken, aus dem Kreise der alten Diplomaten Hilfskräfte heran-zuziehen; er schien überhaupt sehr stolz zu sein auf die Leistungen desAuswärtigen Amts, während ich der Ansicht bin, daß das AuswärtigeAmt total versagt und überhaupt nichts mehr leistet. Es muß schonweit gekommen sein, wenn man schließlich nur noch Herrn Erzbergerals Retter in der Not anerkennt. Ich machte den Herren den Vorschlag,daß der Kanzler sich die wildesten Alldeutschen einmal kommen lassenund Hindenburg veranlassen solle, diesen Männern über die militärischeLage klaren Wein einzuschenken. Der Gedanke wurde beifällig auf-genommen und sollte dem Kanzler übermittelt werden/.
.„Der Kanzler sprach mit mir noch über den Gedanken,
wenn Rumänien neutral bleibe und die Dardanellenaktion zu unseren