Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
334
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Gunsten beendet wird, den feindlichen Mächten offiziell den Friedenanzubieten. Ein sehr großer Gedanke, gegen den ich aber sofortBedenken erheben mußte, weil meines Erachtens ein solches Friedens-angebot abgelehnt und dem Kanzler im deutschen Volke als Schwächeausgelegt werden würde. Der Kanzler bat mich, mit meinem Urteilnoch zurückzuhalten und die Lache bis zu unserer nächsten Begegnungzu überlegen.".

Aus einem Briefe vom Z1.2uli 191Z:

.Ich möchte nicht verfehlen, meinen herzlichsten Dank aus-

zusprechen für die gütige Überlassung des Berichts; er gehört zu denbesten Beobachtungen, welche ich seit Kriegsausbruch über die Lage derDinge gelesen habe.

.Der Berichterstatter hebt hervor, daß man in der feindlichen

wie auch in der neutralen Welt unter dem Eindruck ist, daß Deutsch-land die Weltherrschaft und die Leeherrschaft anstrebe, unddaß dieser Eindruck den Widerstand der Feinde auf das Äußerste an-spornt und auch die neutralen Völker in hohem Maße verstimmt. Aberdiese Erfahrung habe ich schon vor längerer Zeit und wiederholt mitdem Herrn Reichskanzler gesprochen und habe sehr empfohlen, daßentweder in Form einer Proklamation des Kaisers zum Jahrestagedes Krieges oder in anderer, geeignet erscheinender Weise der Welt zurKenntnis gebracht wird, daß solche uferlosen Pläne nicht von derverantwortlichen Stelle im Reich gestützt werden. Ich hoffe, daß nachdieser Richtung hin demnächst etwas unternommen wird, weil sonst garkein Ende dieses Krieges abzusehen ist. Wenn ich auch kein Pessimistbin, so hüte ich mich doch vor einem ungesunden Optimismus. Ichfinde, daß die Engländer zu beneiden sind, daß sie den Mut haben,auch die ungünstige Leite der Verhältnisse so offen zu besprechen, wiedas im Parlament und in der Presse drüben geschieht.

.Ich sehe die Dinge also nicht sehr vergnügt an. Heller

Begeisterung voll bin ich über die Leistungen des deutschen Volkes imFelde sowohl als hinter der Front. Große Führer und Politiker könnten