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mit diesem, allerdings sehr unpolitischen Volk beispiellose Erfolge er-zielen? .
.«10. Äugust 19 lö. Heute morgen besuchte ich auf seinen
Wunsch den Reichskanzler, bei dem ich eine Stünde lang verweilte.
.Wir sprachen lange über den Gedanken einer Publikation, worin
Deutschland mit Rücksicht auf seine siegreiche Stellung, seine großenFaustpfänder, besonders auch im Hinblick darauf, daß unsere Armeenin Feindesland ständen und wir keinen Eroberungskrieg führten, sondernnur uns verteidigten, auch kein Zeichen von Schwäche darin erblickenkönnte, daß es erklärt, jederzeit zur Diskussion eines uns ehrenvollenFriedens bereit zu sein. Der Kanzler fürchtete, daß die Zache alsSchwäche ausgelegt werden könnte. 2ch wies dann darauf hin, daßes vielleicht zweckmäßig sein würde, den Papst zu veranlassen, einmalim Friedenssinne an die Staatsoberhäupter zu schreiben.
Ich verwies ferner den Kanzler mit großem Nachdruck auf die Not-wendigkeit, daß man sich für den Winter um die Nahrungsfrage
kümmere, besonders um die Zleischpreise?.
.«t2. August 19lZ. Der amerikanische Botschafter
Gerard wünschte mit mir über die Möglichkeit zu reden, seinenPräsidenten als Friedensvermittler in Bewegung zu sehen. Ich habeEärard auf seinen Wunsch am Dienstag, den t O. August, besucht undhabe ihm den Rat gegeben, sich aller offiziellen Anregungen in dieserLache zu enthalten und sich darauf zu beschränken, zunächst seinenPräsidenten in England anfragen zu lassen, wie man dort über Friedens-verhandlungen denkt?.
In den Anfang September 19 1 Z siel die Ernennung desAdmirals von HolHendorff zum Chef des Admiral-stabes, und es verband sich damit ein Konflikt mit dem Groß-admiral von Tirpitz, der abzugehen drohte, u. a. weilnach einer Verfügung des Kaisers der Chef des Admiralstabessich dem Chef des Reichsmarineamtes nicht mehr unterzuordnen