Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
338
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minenlegenden Hilfsboote, die Zahl der größeren tlboote für zu geringhalte, um zu einer solchen ultima ratio zu greifen.

Die erste Tauchboot-Unternehmung krankte schon daran, daß es einVersuch mit unzureichenden Mitteln war; die zweite müßte, meinembescheidenen Ermessen nach, so geführt sein, daß ein voller Erfolgaußer Zweifel steht, sonst erscheinen mir die Konsequenzen dieser Maß-nahme nicht im angemessenen Verhältnis zu der immerhin doch großenGefahr.

Ich möchte deshalb alleruntertänigst die Anficht äußern, daß mandie minenlegenden Hilfsboote in vollster Aktion hält und noch ver-mehrt, daß man auch die Uboote nach Kräften ausnutzt, aber doch,soweit Passagierschiffe in Frage kommen, nur unter Beobachtung derzuletzt ergangenen einschränkenden Befehle Euerer Majestät.

Wenn erst die Zahl der größeren Uboote so angewachsen ist. daßman Englands Lebensmittelzufuhr wirksam abschneiden kann, möchteich auch glauben, daß ohne Rücksicht auf die sogenannten NeutralenEuere Majestät sich dieser Waffe gegen England bedienen sollten.

2n englischen Häfen laufen auch heute noch täglich mindestens 20VÜberseedampfer ein und ebenso viele gehen aus. Wir können England wohl die Haut ritzen, aber es sicherlich nicht zum Frieden zwingen,wenn wir davon 3040 Schiffe täglich versenken.

Ich bitte ehrfurchtsvoll um Verzeihung, daß ich Euerer Majestätmeine Ansicht zur Sache darlege; ich glaube aber, daß die außerordent-liche Bedeutung der geplanten Maßnahme diesen Schritt entschuldigt?

Zu Änfang 1916 hatte Bassin sich abermals nach Wien begeben und sandte über die Stimmung dort einen ausführ-lichen Bericht an den Reichskanzler. Dieses Stimmungs-bild gibt die prekäre Stimmung in Wien , mit der die deutschepolitische Leitung immer zu rechnen hatte, treffend wieder undist darum teilweise auch heute noch von Interesse. Es heißtdarin: