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Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
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Mannes läge, der auch den Feinden einwandfrei erschiene. Ztinnesgab mir darin vollständig recht.

Es wurde dann hin und her gesprochen über die Möglichkeit, eineandere, besser geeignete Persönlichkeit zu finden, ohne daß wir unsüber einen Kandidaten einigen konnten. Ztinnes schlug schließlich vor,daß wir uns in Berlin mit dem Beauftragten des Generals Luden-dorff, dem Oberstleutnant Bauer, über die Zache aussprechen sollten.Er wolle in Berlin zunächst über unsere Unterhaltung Bericht erstattenund hoffe, daß man heute Montag abend oder morgen Diens-tag, den 27. August mit Bauer zusammenkommen könnte.

Inzwischen hörte ich heute morgen von Ztinnes durch Deters, daßZtinnes ein Telegramm an mich gerichtet habe, wonach diese Konferenzerst am nächsten Montag, den 2. September, abends 8 Uhr, stattfindensolle. Ztinnes schlug vor, daß wir beide uns vorher um 7 Uhr imHotel Continental treffen sollten. Ich habe sagen lassen, daß ich es fürrichtiger halte, wenn wir schon um 6Vs Uhr zusammenkämen.

Nachtragen muß ich noch, daß Bauers resp. Ludendorffs Vorschlagdahin ging, daß nicht ich allein zum Kaiser gehen solle, sondern gemein-sam mit Ztinnes, Duisberg und Krupp von Bohlen.

Ich habe Ztinnes gesagt, daß ich die Entsendung einer solchenDeputation für ganz falsch halten würde. Der Kaiser würde sichniemals von vier Herren, von denen er zwei überhaupt nicht kennt,derartige Dinge sagen lassen. Es sei richtiger, wenn Herr v. Bohlenzunächst allein ginge, oder, wenn Ludendorff es sehr wünschte, ich alleindiese Mission übernähme und eventuell versuchte, den Kaiser zu be-wegen, auch die übrigen drei Herren zu empfangen.

Ztinnes war sehr bedrückt und sah die Lage ebenso ernst an wie ich?

Die Aufzeichnungen über die Berliner Unterhaltung be-schränken sich auf Ltichwörter, aus denen hervorgeht, daßnicht der Oberstleutnant Bauer, sondern ein Vertreter vonihm, Major von Harbou, daran teilnahm, und daß die Per-