Z8l
niale Blick des Unternehmers im Augenblick als richtig er-kannte, was er im impulsiven Beschluß in die Tat umsetzte,das prüfte sein ruheloser Geist in schlaflosen Stunden — wenn,wie er selbst einmal sagte, »alles so grau erscheint" — unab-lässig und nach allen Richtungen. Dann sehte die verstandes-mäßige Kritik ein und die Zweifel ob der eigenen Kühnheit,verschärft durch ein ungeheures Verantwortungsgefühl gegen-über seinem Unternehmen. Dennerwardurchunddurchder Mann der Hamburg-Amerika Linie geworden.Von seinem Eintritt in diese Gesellschaft an, dann als Direktorund Generaldirektor verwuchs er völlig mit ihr. Sie erfülltesein ganzes Linnen und Denken, er lebte ganz in ihr und fürsie, stellte wie sich selbst auch ganz unwillkürlich alle Menschenund Ereignisse in ihren Bereich und Dienst. Ihre Entwicklung,ihr Gedeihen, ihre Größe war sein eigenes Leben, mit ihremAusammenbruch endete auch das seine. Unermüdlich kreistenseine Gedanken um dieses Zentrum seines Daseins. Nur ihrenInteressen war sein Interesse gewidmet, nur ihrem Dienst galtseine Arbeit, galt jede Tat und jedes Wort. Er ging so inihr auf, da<; er sich selber als sie empfand. Er war die Packet-fahrt und die Packctfahrt war er. Liebe und Haß empfand erin erster Linie aus ihr heraus. Wer ihr gedient hatte oder ihmals Verkörperung der Gesellschaft, dem war er lebenslang eindankbarer Freund. Dieses tief innerliche, unlösbare Verhältniszu seiner Gesellschaft, die sein Lebenswerk, deren Größe seineLebensaufgabe war, war die Eigenart und die Duelle seinerSubjektivität. Aber einer Subjektivität, die gepaart war mitdem denkbar stärksten Pflichtbewußtsein und durchdrungen von