Aufsatz 
Das Stadtrecht von Messina : Abhandlung / von Otto Hartwig
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(lers darum interessant, weil sie uns die ungemein rascheEntwicklung, Ausbreitung und Bedeutung, welche das Mu-nicipalrecht im 13. Jahrhundert in Italien gewann, auchdadurch beweist, dass sie neben den ersten Staatsämternder Städte, den Potestä, Consuln u. s.. w. die Statutarii undSchreiber der Statuten aufzählt. Es bestanden also in denStädten jener Zeit eine Art ständige Commission für dieGesetzgebung, welche aus Rechtskundigen zusammengesetztwar, die von den eigentlichen Richtern, den consiliarii, ver-schieden waren.

Hatte Friedrich II. durch dieses allgemeine Reichs-gesetz sich als gehorsamer Sohn der Kirche gezeigt, soführt uns ein anderer gleichfalls hierher gehöriger Erlassmitten in den Kampf mit der Curie hinein. Ein Jahr vorseinem Tode erliess er strenge Bestimmungen gegen dieBettelorden, die im Aufträge des Papstes seine Unter-thanen zum Aufstande reizen sollten. An diese schliesster andere an, welche er seinem Grossjustitiar in alle Stadt-statuten aufnehmen zu lassen gebietet.') Hatte der Kaiserfrüher die Jurisdiktion der Städte auf alle mögliche Weiseseiner Reichsgesetzgebung conform zu machen gesucht, soverkannte er doch nicht, wie gerade erst durch die Auf-nahme seiner Gesetze in die Particularstatuten denselbenallgemeine Verbreitung verschafft wurde. Darum sollte auchkein Richter und Notar an irgend einem Orte angestelltwerden, der nicht die consuetudines desselben kenne. 3 )

et si de cetero similia attemptaverint, nec non locum ubi deinceps ta-lia presumpta fuerint banno mille marcanim precipimus subjacere.Potestates vero, consules rectores, statutarii et scriptores dictorumstatutorum nec non consiliarii locorum ipsorum qui secundum statutavel consuetudines memorates judicaverint, sint extunc ipso jure in-fames, quorum sententias et actus alias legitimos statuimus aliqua-tenus non tenere. Vom J. 1220. H. B. II. S. 3 u. f. Iertz L. L. II. 243 u. 44.

') Volentes igitur bas novas nostrae munificentiac sanctiones anostris fidelibus in violabiliter observari, tuae devotioni precipimus,quatenus eas per terras quaslibet tuae jurisdictioni traditas, per teimperiali programmate publicatas, inter statuta civitatis cujuslibet,ut nulla sit in cxcusatione diversitas, in extricabiliter jubcas inseren-das, et promittas nos infallibiliter servaturos. März 1249. II. B. VI. 2.Pag. 701.

2 ) Die Richter und Notare sollen Zeugnisse fiir ihre Anstellunghaben. Que littere testimonium fidei et morum judicis vel notariistatueiuli continere debebunt et quod in ipsius loci consuctudinibussit instructus. II. B. IV. 55.