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Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
Entstehung
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Zweiter Teil.

Die finanziellen Kriegsmatznahmen.

Vorbemerkung.

ie Wege, auf denen ei» moderner Staat die für die Durch-führung eines Krieges erforderlichen Mittel bereitstellenkann, sind im wesentlichen folgende:Zunächst versteht es sich von selbst, daß die etwa vorhandenenfreien Bestände der Staatskasse und verfügbaren Fouds für dieKriegsansgaben in Anspruch genommen werden.

Ferner kommt in Betracht eine Änderung des Wirtschaftsplansfür den Staatshaushalt, sei es, daß durch Erhöhung der Besteuerungund Erschließung neuer Einnahmequellen der Staatskasse neueMittel für den Krieg zugeführt werden, fei es, daß durch Zurück-stellung von nicht dringlichen Aufwendungen ein Teil der im Budgetfür andere Zwecke bestimmten Mittel für den Krieg frei gemachtwird.

Da jedoch die enormen Kosten eines moderneu Krieges unmöglichaus vorhandenen Beständen und laufenden Einnahmen voll gedecktwerden können, wird die Inanspruchnahme des Kredits zur Notwen-digkeit. In allen neueren Kriegeu habeu die beteiligten Staaten sichgenötigt gesehen, mit der Ausgabe verzinslicher Schuldverschreibungenan deu Geldmarkt heranzutreten, uud zwar meist nicht nur an denGeldmarkt des eigenen Landes, sondern an den sogenannteninter-nationalen Geldmarkt"; sogar das kapitalreiche England , das alsdas Herz des internationalen Geldmarktes gilt, hat es während des