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Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
Entstehung
Seite
79
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Vorbemerkung, 70

Bnrenkrieges und der chinesischen Wirren im Jahre ZWO siir rätlichgehalten, sich mit einem Teil seines Kreditbegehrs an die VereinigtenStaaten zu wenden.

Neben der Aufnahme von Anleihen im eigentlichen Sinn(öffentlichen Anleihen") ist von besonderer Wichtigkeit die Inan-spruchnahme des Kredits der großen Notenbanken, die einmal inihren Fonds für die Noteneinlösnng regelmäßig über große Beständevon Metallgeld verfügen, anderseits auf Gruud ihres Notenrechtesimstande sind, in Form vou Banknoten dem Staate sofort erheblicheSummeil znr Verfügung zu stellen. Nahe verwandt damit ist dieAusgabe vou Papiergeld durch den Staat selbst. Das Zurückgreifenauf die Barbestände einer großen Notenbank und anf deren Noten-ausgabe sowie die Ausgabe vou Papiergeld ist vou einer so einleuch-tenden Bequemlichkeit, daß dieses Mittel seit dem Aufkommen pa-pierner Geldzeichen und der Entstehung der großen Notenbanken imKriegsfalle stets in großer» Umfang, meist sogar an erster Stelle, inBewegung gesetzt worden ist. Es hat die Münzverschlechterung, zuder die Staaten früher in Finanznöten gegriffen haben, abgelöst-aber das neue Mittel ist, wenn es nicht mit der äußersten Vorsicht ge-handhabt wird, nicht minder eine Geldverschlechternng, wie die frühergeübte Ausprägung des Metallgeldes mit einem geringeren Fein-gehalt: Die Verringerung der Bardeckung bei der gleichzeitigen Er-weiterung der Papierzirknlation stellt die Einlösbarkeit der papierneuUmlaufsmittel nnd damit die Aufrechterhaltung der Valuta, dieserGrundlage des StaatSkredits, iu Frage. Darin liegt die große Ge-fahr dieses bequemsten Mittels der Geldbeschaffung. Rußland undJapan haben in ihrer finanziellen Vergangenheit beide die schwerenNachteile der Papierwährung am eigenen Leibe gespürt und untergroßen Opfern das in früheren Zeiten direkt nnd durch bankmäßigeVermittlung ausgegebene Papiergeld wieder beseitigt. Gleichwohlist uicht daran zu deuken, daß die Inanspruchnahme des Metall-bestandes der großcu Zeutralbanken und der Notenpresse als Mittelder Geldbeschaffung in Kriegszeiteu ausgeschaltet werden wird. Denneinmal ist die Anwendung dieses Mittels innerhalb gewisser Grenzenmöglich, ohne daß die geschilderten Gefahren heraufbeschworen werden-,innerhalb dieser Grenzen, für deren Abmessung es ein untrüglichesKriterium allerdings nicht gibt, wird kein Staat auf die großen Vor-