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Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
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94 Zweiter Teil. Die finanziellen Ariegsmaßnahmen,

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^apitalrentensteneri ihr Betrag lautet auf 50 Rubel, statt wie bisherauf IVO Rubel. Alle diese Änderungen sind offenbar darauf berechnet,die Billette gangbarer zu machen. Tie Laufzeit der Billette wurde ansbier Jahre bemessen? nach deren Ablauf hat ihre Einlösung zu er-folgen, und zwar hat sich die Regierung in diesem Fall nicht, wie esbisher bei der Ausgabe von Renteibilletteii üblich war, das Recht vor-behalten, die Scheine uach Ablauf der Verfallzeit zu prolongieren.Das deutet auf die Absicht der russischen Regierung hin, die Billettenach Ablauf der vier Jahre entweder einzulösen oder durch eine lang-fristige Anleihe zu ersetzen.

Die Unterbringung der Reutcibillete pflegte bisher im Wege desfreihändigen Verkaufs dnrch die Filialen der Ncichsbank und die lo-kalen Nenteien zu erfolgen. Da die Papiere bei den Staats- uudBankkassen zn ihrem Neunwerte iu Zahlung genommen werden,finden sie anch im Privatverkehr Annahme als Zahlungsmittel'wegen der ihnen eingeräumten Verzinsung scheinen sie sich nament-lich im Innern Rußlands einer gewissen Beliebtheit zu erfreuen. Dieneue Emission ist bis zum Betrag von IVO Millionen Rubel von einemPetersburger Bankensyndikat übernommen worden, der Rest scheintim Wege des üblichen freihändigeu Verkaufs guten Absatz gefundenzn haben.

Mit der Ausgabe dieser Renteilbillette wurden die der russi-schen Regierung vom Beginn des Jahres an für den Krieg znrVerfügung stehenden Mittel auf nahezu 750 Millionen Rubel ge-bracht. Bei einer Berechnung der monatlichen Kriegskosten ans 80Millionen Rubel würde auch dieser Betrag kaum viel über den MonatOktober hinaus haben vorhalten können. Tie von der russischen Negierung ausgehenden Mitteilungen dagegen besagten mit aller Be-stimmtheit, daß die Kriegserfordernisse uuumehr für längere Zeitgedeckt seien. Der PetersburgerRegiernugsbote" kommentierte dieAusgabe der Renteibillette mit folgenden Ausführungen:

Nach dem am 13. Mai veröffentlichten Ausweis der Regierungüber die ihr für Kriegszwecke zur Verfügung stehenden freienSummen betrugen dieselben zn Beginn des Kriegs über 3W Millio-nen Rubel. Inzwischen ist bis zum 16. August alleu Ressorts fürKriegszwecke ein Kredit von 257^ Millionen Rubel eröffnet worden.Tarans geht hervor, daß der Ertrag der Realisierung der 5 Prozen-