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Das Geld im russisch-japanischen Kriege : Ein finanzpolit. Beitrag z. Zeitgeschichte von Karl Helfferich / [Helfferich, Karl]
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114 Zweiter Teil. Die finanziellen Rricgsmasinahmen,

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Das Ergebnis der Anleihe reichte aus zur Deckung des Geld-bedarfs von nicht mehr als zwei Kriegsinonaten. Auch bei dieser(Geldbeschaffung konnte es mithin nnr fiir kurze Zeit seiu Bewendenhaben, und die russische Finanzverwaltnng mußte ans neue Aus-kunftsmittel Bedacht nehmen.

Schatzwcchsel.

Für eine neue.Kreditoperation konnte der inländische Markt, daman diesen soeben erst für einen im Verhältnis zu seiucr Leistungs-fähigkeit in diesen schwierigen Zeiten recht erheblichen Betrag in An-spruch genommeu hatte, nicht in Betracht kommen.

Auf den ausländischen Märkten bestanden andrerseits die Schwie-rigkeiten fort, die im März zum Scheitern der Verhandlungen mitden französischen Finanziers geführt hatten. Zwar meldeten dieZeitungen von Zeit zu Zeit, daß diese Verhandinngen nicht abge-brochen, sondern nnr vertagt worden seien! gelegentlich wurde auchvon ihrer Wiederaufnahme und von einem nahe bevorstehenden Ab-schluß berichtet; unmittelbar vor der Seeschlacht in der Tsushima-Straße scheint mau in der Tat einer Einigung nahe gewesen zu sein auf der Basis einer Sprozentigcn Anleihe uud eines Übernahme-kurses vou 88 Prozent"), aber die Katastrophe der russischen Flottehat auch diesen erneuten Versuch zum Scheitern gebracht. Möglicher-weise hätte Rußland trotz des unglücklichen Verlaufs der militärischenOperationen eiue weitere große Auslandsanleihe zn annehmbarenBedingungen erhalten, wenn es sich zur Verpfändung oder zum Ver-kauf eines Teiles seiner Staatsbahnen an das eine oder andere aus-ländische Konsortium entschlossen hätte. Aber alle Behauptungen,daß die russische Finanzverwaltnng auf Anregungen dieser Art ein-gegangen sei, wurden stets prompt dementiert.

In der Tat hat der Verlauf der Dinge gezeigt, daß die russischeFiuanzverwaltuug noch über andere Auskunftsiuittel verfügte uuddaß sie uicht zur Verpfändung oder Veräußerung von Staatseigen-tum zu greifeu brauchte. Schou Mitte April verlautete, daß Rußland vom Auslande neue Mittel erhalten habe; zunächst wurde behauptet,es handle sich nm Vorschüsse französischer Banken in Verbindung mit

"1 Vgl. Frankfurter Zeitung vvin 24. Mai 1905.